Mit Nachworten von Horst Moritz und Thomas Kaminski.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.10.2008
Eine "zeitgenössische Reportage vom Fürstentag" sieht Rezensent Gustav Seibt in Theodor Ferdinand Kajetan Arnolds (1774-1812) Buch "Erfurt in seinem höchsten Glanze während der Monate September und Oktober 1808", das nun zu den Feierlichkeiten anlässlich des Erfurter Fürstenkongresses 1808 in einem fotografischen Nachdruck erschienen ist. Seibt, der selbst gerade ein Buch über das Treffen von Goethe und Napoleon in Erfurt 1808 veröffentlich hat, berichtet über das pompöse Zusammentreffen von zwei Kaisern und 36 anderen Monarchen in Erfurt, das besonders Napoleon nutzte, um die deutschen Fürsten durch eine unglaubliche Prachtentfaltung zu beeindrucken. Arnolds Bericht über das Großereignis scheint dem Rezensenten zwar "stilistisch oft überladen", aber anschaulich und bunt. Er sieht darin auch ein Beispiel für Napoleons neuartige Pressepolitik. Und nicht zuletzt findet er das Buch in theatergeschichtlicher Hinsicht von Interesse, weil es eine lebendige Schilderung des Deklamationsstils des französischen Staatstheaters, das Napoleon mitgebracht hatte, bietet. Lobend äußert sich Seibt auch über das ausgezeichnete Nachwort des Stadthistorikers Horst Moritz sowie über Thomas Kaminskis auch sozialgeschichtlich erhellende biografische Skizze von Arnold.
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