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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Alexander von Schönburg

Alles, was Sie schon immer über Könige wissen wollten, aber nie zu fragen wagten

Cover: Alles, was Sie schon immer über Könige wissen wollten, aber nie zu fragen wagten

Rowohlt Verlag, Berlin 2008
ISBN-10 3871346047
ISBN-13 9783871346040
Gebunden, 271 Seiten, 17,90 EUR

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Klappentext

Wie kommt es, dass nach dreihundert Jahren Aufklärung, nach all unseren Bemühungen, sämtliche Rätsel der Welt zu lösen, ausgerechnet das Königtum noch immer einen Zauber bewahrt hat, dem man sich selbst als eingefleischter Republikaner nicht entziehen kann? Alexander von Schönburg versucht dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Dabei erkundet er nicht nur das Wesen des Königtums - von den mythischen Figuren wie König Artus oder König David bis zu den Medien-Royals unserer Tage -, sondern beantwortet auch zahlreiche handfeste Fragen: Wie wird man König? Warum tragen Könige eigentlich Kronen? Und warum sollten Könige nicht allzu gescheit sein? Alexander von Schönburg kennt sich aus in der Welt der gekrönten Häupter - seine Frau ist eine Großnichte der Queen, auf seiner Hochzeit tanzte Königin Sophia von Spanien. So kann er aus eigener Anschauung berichten: von seinem Aufenthalt am Hofe des Sultans von Brunei, einem merkwürdigen Abend mit Rania von Jordanien oder seinem Besuch beim nepalesischen König - kurz vor dessen Abdankung. Am Ende entsteht ein ebenso unterhaltsames wie Sittengemälde des Königtums, das auf amüsante Weise Kulturgeschichte und Klatsch vereint.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.11.2008

Die Faszination am Adel ist, wie Thomas Macho behauptet, bis heute ungebrochen, und auch er hat er Alexander von Schönburgs Buch begierig gelesen. Als Spross des höheren Adels wisse der Autor, "wovon er schreibt", meint der Rezensent, wobei er es bewundernswert findet, wie Schönburg es versteht, seine unterhaltsamen Klatsch- und Tratschgeschichten aus der Aristokratie in kulturgeschichtliche Betrachtungen münden zu lassen. Denn der Autor stellt die "Ambivalenz" des königlichen Daseins als kreatürlichen und übernatürlichen Körper eindringlich heraus und unter dem Eindruck dieser Doppelheit lässt sich dieses Buch vortrefflich "genießen", freut sich Macho.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.10.2008

Richtig rührend erscheint dem Rezensenten das Ansinnen, aber auch das stille Herzeleid des Autors. Denn Graf Alexander von Schönburg-Glauchau möchte dem öden Dasein etwas Erhabenheit, Glanz und Anstand schenken, indem er den Royals in die Handtaschen guckt. Allerdings leidet er selber (noch immer) schrecklich unter der allgemeinen Tristesse, schließlich ist er nur Graf. So weit, so gut, meint Eberhard Straub. Allein, was er in diesem Band zu lesen bekommt, enttäuscht ihn doch sehr. Der familiäre Hintergrund des Grafen, fragt er ungläubig, taugt zu mehr nicht, als was die Yellow Press schon längst geschrieben? Rätsel, Wunder und Geheimnis denkt er, sehen anders aus.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.10.2008

Rezensentin Ursula März konnte diesem "galant" zwischen historischem Essay und "gehobenem Yellow-Press-Futter" "zwitternden" Buch über die Institution Monarchie durchaus etwas abgewinnen. Findet sie darin doch Autor Alexander Graf Schönburg, der ihrem Eindruck zufolge "die Kunst des luftig-leichten Parlierens" schlicht "im Blute hat", stilistisch auf der Höhe seiner Form. Denn bei aller Süffisanz beurteilt März Schönburgs Ausführungen über Adel und Königtum als durchaus kenntnisreich. Dennoch liegt für die Rezensentin ausgerechnet in der Süffisanz auch die Gefährdung dieses Buchs, das ihrer Ansicht nach, was die Haltung seinem Thema gegenüber betrifft, sich zwischen Ernst und Ironie nicht recht entscheiden mag. Doch Eindeutigkeit fände die Rezensentin in dieser Sache ziemlich wichtig, weshalb Schönburg, gerade weil er lebensweltlich so nah dran an seinem Thema ist, für sie sowohl der Richtige als auch der Falsche war, dieses Buch zu verfassen.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.09.2008

Ijoma Mangold ist einer Einladung zur Buchvorstellung von Alexander von Schönburg gefolgt und hat als "bürgerliche Peripherie" nicht nur fasziniert die anwesenden Adeligen ins Auge gefasst, er ist auch mit großem Interesse den Reflexionen über das Wesen des Königtums gefolgt. Als Insider biete der Autor nicht nur - allerdings stets diskret bleibende - unterhaltsame, anschauliche  Anekdoten aus dem Leben der Königshäuser und bediene damit unsere "erhabenste Klatschsucht", freut sich der Rezensent. Gleichzeitig nähert er sich in seinem Buch dem faszinierenden Geheimnis der Repräsentation und Legitimation von Königsmacht, was das Buch zu einem echten "Gewinn" macht, wie der Rezensent meint. Mangold weiß es zu würdigen, dass sich Schönburg niemals in wohlfeile Ironie flüchtet, wenn er mit Wissen um die "aufklärerischen Diskursstandards" aus seiner royalistischen Haltung keinen Hehl macht. Ein versierter Journalist mit einem "ausgezeichneten ethnologischen Blick", rühmt der Rezensent durchaus beeindruckt.

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