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Leonard Landois
Konterrevolution von links
Das Staats- und Gesellschaftsverständnis der '68er' und dessen Quellen bei Carl Schmitt
Klappentext
40 Jahre nach der so genannten Studentenrevolte sind die "wilden" 60er bereits im ganzen Sinne des Wortes ein historisches Phänomen und seit langem zum Objekt einer eigenen "schwülen Erinnerungskultur" geworden. Noch immer fehlt aber die Beschreibung der von den Studenten rezipierten Theorien und propagierten Ideen. Das vorliegende Buch legt die ideengeschichtlichen Verwandtschaften offen und beschreibt ausführlich, wie die "68er" hinter die Differenzierungs- und seelischen Auskühlungsprozesse der Moderne zurückstrebten. 1968 bezeichnet daher weniger ein eruptives Ereignis als vielmehr den Zielpunkt eines bis dahin schleichenden Geschehens, dessen Ursprünge auch in der Aktualität und Kontinuität des Schmittschen Denkens liegen. Fünf solchermaßen zentrale ideologische Strukturen werden vorgestellt: vom Mythos des revolutionär Politischen über die denunziatorische Konfrontation von Legalität und Legitimität bis hin zur Idee des neuen Staates.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.09.2008
Scharf ins Gericht geht Rezensent Werner Bührer mit Leonard Landois' Dissertation "Konterrevolution von links". Der Versuch des Autors, die Achtundsechziger und insbesondere Rudi Dutschke ideologisch mit dem rechten Staatsrechtler Carl Schmitt zusammenzubringen, hat ihn in keiner Weise überzeugt. Zwar räume Landois ein, kein Text Dutschkes beziehe sich auf Schmitt. Aber dennoch wolle er zeigen, dass Dutschkes politischen Stellungnahmen ein von Schmitt beeinflusstes Staats- und Gesellschaftsverständnis zugrunde liegt. Das gelingt ihm nach Ansicht von Bührer nicht. Auch die 1170 Fußnoten helfen da nicht weiter. Was "gelehrt" wirken soll, findet der Rezensent schlicht "geschwätzig". Am meisten ärgert er sich über die Beweisführung und die undifferenzierte Rede des Autors über den "Terrorismus der 68er". "Er wurde mit dieser von der Hanns-Seidel-Stiftung geförderten Arbeit an der Universität Würzburg promoviert", resümiert Bühring, "die Art und Weise, wie er das Thema bearbeitet, hat aber mit Wissenschaft wenig zu tun."
Anmerkung des Buchautors
Zur SZ-Rezension von Werner Bührer, die der Perlentaucher hier resümiert, erklärt der Autor Leonard Landois:
"Keine nüchterne Rezension, ein Pamphlet cum ira et studio hat Werner Bührer in der SZ abgeliefert. Weder bezeichne ich den 'SDS als Wiedergänger der SA' noch je Dutschke und Schmitt 'als Brüder im Geiste'. Zudem ist an keiner Stelle vom 'Terrorismus der 68er' die Rede, also auch nicht 'undifferenziert', vielmehr auf Seite 248 von der 'Entwicklung von der Militanz zum Terrorismus der 70er Jahre'. Ein erfundenes Zitat also. Glaubt außer Bührer ferner irgendjemand, der geistesgeschichtliche Hintergrund sei nur an direkten Zitaten festzumachen, etwa derart, dass wer Marx nicht zitiert, von Marx auch nicht beeinflusst sein könne? Ein solcherart fehlerhafter und schlecht recherchierter Artikel in der SZ mag einer Verwechslung mit anderen, diese Thesen teilweise explizit behauptenden Veröffentlichungen entsprungen sein. Er beweist aber auch, dass eine den geistesgeschichtlichen Hintergrund jener Jahre berücksichtigende Diskussion in ruhiger und sachlicher Weise noch immer unmöglich ist."
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








