Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aller Streit um den "wahren" Rousseau ist vergeblich. Für jede Verirrung Rousseaus gibt es auch eine Kritik, die sich bei Rousseau selbst findet. Das spätmoderne Individuum wurde schon von Rousseau unnachsichtig entlarvt. Und dennoch stilisierte sich der "arme Jean-Jacques" wie kein Zweiter vor oder nach ihm als zerrissene Persönlichkeit. Diesen fundamentalen Widersprüchen im Denken Rousseaus und seiner Persönlichkeit geht Robert Spaemann auf den Grund. Rousseau wurde zum Vorläufer des modernen Menschen, der auch das 21. Jahrhundert bestimmen wird.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Robert Spaemann: Rousseau: Mensch oder Bürger - mehr Informationen beim Verlagt Klett-Cotta
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2008
Der Jean-Jacques Rousseau, den der Philosoph Robert Spaemann in seinem Buch vorstellt, ist ein Denker, der den Menschen als paradoxes Kulturwesen auf der Suche nach wiederhergestellter Natürlichkeit begreift. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Glaube an die schlagartige Neuigkeit, die das Christentum in die Welt gebracht hat, erklärt Rezensent Henning Ritter. Damit nämlich träten die politische Gemeinschaft auf Erden und die christliche, jenseitsorientierte Gemeinschaft auseinander. Eine Folge davon sei, so Spaemann Rousseau akzentuierend, die "Rechtfertigung der Außenseiterexistenz" des Menschen - die nun wiederum in Gegensatz zu Rousseaus Ideen zum menschengemeinschaftsbildenden "Gesellschaftsvertrag" tritt. Was Spaemann so in Rousseau entdeckt, sei ein liberaler "Zivilisationspessimist". Dieses Bild des Philosophen ist es, das in diesen teils vor vielen Jahrzehnten entstandenen Aufsätzen überdauert, findet der Rezensent Henning Ritter, der manch anderen Zug von Spaemanns Deutungen für nicht mehr auf der Höhe der Gegenwart hält.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.10.2008
Christian Schlüter freut sich über den philosophisch-politischen Nachschub aus der essayistischen Feder von Robert Spaemann, der wie nur wenige die kurze Form als argumentative "Intervention" beherrscht, so der Rezensent. Daher stellen die vier, bisher zum Teil in alle Winde verstreuten Aufsätze über Rousseau, denen gemeinsam ist, dass sie den Franzosen, um mit dem Autor zu sprechen, als "exemplarische Existenz" der Moderne begreifen, auch eine "Fundgrube" dar. Spaemann stellt die Frage nach der Modernität an den Widersprüchen und Überempfindlichkeiten Rousseaus und seiner Zivilisationskritik, in der die Natur über allem steht und sie zugleich nicht mehr zielgerichtet ist. Somit sind sowohl der Revolution wie der Restauration Tür und Tor geöffnet, die "moderne Subjektivität", die sich in Rousseau vereint, "findet durch ihn auch ihre unnachsichtige Entlarvung", wie Schlüter zitiert. In ihm fallen Anfang und Ende der Moderne zusammen, insofern gilt: "Rousseau steht uns also noch bevor", so der Rezensent.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.09.2008
Sehr angetan ist Uwe Justus Wenzel von den in diesem Band versammelten vier Aufsätzen zu Jean-Jacques Rousseau von Robert Spaemann, die bisher nur verstreut und schwer auffindbar publiziert worden waren. Der Zivilisationskritiker und Gesellschaftstheoretiker Rousseau hat seine Interpreten mit all seinen Widersprüchen und Hypochondrien schon immer zu psychologischen Erklärungsversuchen gedrängt, Spaemann allerdings begreift ihn als "exemplarische Existenz", die viel über die Zeit verrät, so der Rezensent zustimmend. Und so sei nach Auffassung des Autors auch gerade der Gegensatz zwischen dem bei Rousseau postulierten "natürlichen Menschen" und dem im politischen Kollektiv aufgehenden Bürger als exemplarisch für eine Zeit zu sehen, in der die teleologisch begriffene Natur durch eine Natur mit unbekanntem Ende abgelöst wurde.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








