Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Slowenischen und mit einem Nachwort von Erwin Köstler. Ein vierzehnjähriges Mädchen läuft einem Wagen hinterher. Jedesmal, wenn es in Reichweite an ihn herankommt, treibt der Kutscher die Pferde an zum Gaudium der auf dem Wagen sitzenden Wallfahrer, die den Berg hinauf zum Kirchenfest fahren. Das Mädchen strauchelt, fällt hin, kommt hoch, nimmt die vergebliche Aufholjagd wieder auf Dieses eindringliche Motiv setzt Ivan Cankar an den Anfang des Romans, einer Szenenfolge in acht Kapiteln: Stationen im Leben der Francka [sprich: Franzka], die hineingeboren ist in die Welt "Am Hang", eine Armeleutesiedlung am Rande eines stolzen Marktes. Der Armut, so lautet das Fazit, entkommt man nicht. Damals wie heute trifft sie zuerst die Schwächsten, die Frauen und die Kinder. Anders als für ihren Mann, der Frau und Kinder verlässt, stellt sich für Francka die Frage des Aufgebens und Weggehens nicht. Ihr Lebens-Lauf bleibt, was er von Anfang war: ein vergebliches dem Leben Hinterherlaufen. Mit diesem Roman kehrt der 26jährige Ivan Cankar, der als mittelloser Student in Wien lebt, in seine eigene Herkunftswelt "Na klancu" (Am Hang) in Vrhnika zurück. Es ist eine bitterböse Abrechnung mit den politischen und sozialen Zuständen in seiner Heimat, mit einer heuchlerischen, dem Marienkult entlehnten Mutterverehrung, mit einem idyllisch verklärten Landleben, das sich hier von seiner brutalsten Seite offenbart.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.08.2008
Rezensent Uwe Stolzmann begrüßt die Edition dieses autobiografischen Romans des damals sechsundzwanzigjährigen slowenischen Nationaldichters aus dem Jahr 1902. Zwar sei es nicht unbedingt ein Vergnügen, ihn lesen schreibt Stolzmann angesichts der Brutalität von Ivan Cankars darin zum Ausdruck kommender Weltsicht von dieser bäuerlichen Vorhölle, als die Cankar seine slowenische Heimat beschrieb. Trotzdem deuten sich für den Rezensenten hier wesentliche Katastrophen des 20. Jahrhunderts an, das zur Zeit des Entstehens dieses Buchs gerade erst begonnen hatte - Katastrophen, die im Wesentlichen auch von der Krankheit ausgelöst worden sind, die der Roman Stolzmann zufolge samt ihrer brutalisierenden Wirkung auf die Menschen beschreibt: der Armut nämlich.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








