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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ivan Cankar

Am Hang

Roman

Cover: Am Hang

Drava Verlag, Klagenfurt 2007
ISBN-10 3854355122
ISBN-13 9783854355120
Gebunden, 312 Seiten, 23,80 EUR

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Klappentext

Aus dem Slowenischen und mit einem Nachwort von Erwin Köstler. Ein vierzehnjähriges Mädchen läuft einem Wagen hinterher. Jedesmal, wenn es in Reichweite an ihn herankommt, treibt der Kutscher die Pferde an zum Gaudium der auf dem Wagen sitzenden Wallfahrer, die den Berg hinauf zum Kirchenfest fahren. Das Mädchen strauchelt, fällt hin, kommt hoch, nimmt die vergebliche Aufholjagd wieder auf Dieses eindringliche Motiv setzt Ivan Cankar an den Anfang des Romans, einer Szenenfolge in acht Kapiteln: Stationen im Leben der Francka [sprich: Franzka], die hineingeboren ist in die Welt "Am Hang", eine Armeleutesiedlung am Rande eines stolzen Marktes. Der Armut, so lautet das Fazit, entkommt man nicht. Damals wie heute trifft sie zuerst die Schwächsten, die Frauen und die Kinder. Anders als für ihren Mann, der Frau und Kinder verlässt, stellt sich für Francka die Frage des Aufgebens und Weggehens nicht. Ihr Lebens-Lauf bleibt, was er von Anfang war: ein vergebliches dem Leben Hinterherlaufen. Mit diesem Roman kehrt der 26jährige Ivan Cankar, der als mittelloser Student in Wien lebt, in seine eigene Herkunftswelt "Na klancu" (Am Hang) in Vrhnika zurück. Es ist eine bitterböse Abrechnung mit den politischen und sozialen Zuständen in seiner Heimat, mit einer heuchlerischen, dem Marienkult entlehnten Mutterverehrung, mit einem idyllisch verklärten Landleben, das sich hier von seiner brutalsten Seite offenbart.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.08.2008

Rezensent Uwe Stolzmann begrüßt die Edition dieses autobiografischen Romans des damals sechsundzwanzigjährigen slowenischen Nationaldichters aus dem Jahr 1902. Zwar sei es nicht unbedingt ein Vergnügen, ihn lesen schreibt Stolzmann angesichts der Brutalität von Ivan Cankars darin zum Ausdruck kommender Weltsicht von dieser bäuerlichen Vorhölle, als die Cankar seine slowenische Heimat beschrieb. Trotzdem deuten sich für den Rezensenten hier wesentliche Katastrophen des 20. Jahrhunderts an, das zur Zeit des Entstehens dieses Buchs gerade erst begonnen hatte - Katastrophen, die im Wesentlichen auch von der Krankheit ausgelöst worden sind, die der Roman Stolzmann zufolge samt ihrer brutalisierenden Wirkung auf die Menschen beschreibt: der Armut nämlich.

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