David Garland

Kultur der Kontrolle

Verbrechensbekämpfung und soziale Ordnung in der Gegenwart
Cover: Kultur der Kontrolle
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2008
ISBN 9783593385853
Kartoniert, 394 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Mit einem Vorwort von Klaus Günther und Axel Honneth. Offizielles Ziel staatlichen Strafens war bisher neben der Generalprävention vor allem die Wiedereingliederung von Straftätern in die Gesellschaft. Das wohlfahrtsstaatliche Behandeln und Resozialisieren ist jedoch in den letzten Jahrzehnten insbesondere in den USA, aber in Anfängen auch bei uns immer mehr verdrängt worden von zwei neuen Formen der Kriminalitätsbekämpfung: vorbeugende Kontrollen einerseits, von Alarmanlagen über Datensammlungen bis zu Bürgerwehren, harte und ausgrenzende Strafen andererseits. David Garland liefert eine brillante Analyse dieser neuen Formen der sozialen Kontrolle und der Kriminalpolitik sowie ihrer sozialen Hintergründe. Abschottung und verstärkte Überwachung einerseits, die Ausgrenzung großer Gruppen andererseits sind Anzeichen einer Entwicklung zum Law-and-Order-Staat mit der Tendenz zum Autoritarismus. Im Fokus steht nicht nur der Umgang mit Kriminalität, sondern die Frage, in welcher Gesellschaft wir leben wollen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.10.2008

Von den Thesen dieses Bandes angeregt, aber von seiner Methode enttäuscht zeigt sich Ines Kappert in ihrer Rezension von David Garlands "Kultur der Kontrolle". Garland stelle darin überzeugend dar, dass in der akademischen Debatte wie in der sozialen Praxis in Großbritannien und den USA eine Renaissance harter Bestrafungen von Delinquenten stattgefunden hat. Dass das Gefängnis jedoch zum Grundpfeiler der Gesellschaft geworden sei, wie Garland behaupte, erscheint Kappert dann doch als These etwas "steil". Überhaupt legt der Autor nach ihrer Überzeugung viel zu wenig Belege für seine Behauptungen vor. Stattdessen setze er auf Evidenz und eine Rhetorik der Empörung um seine Ansichten an den Mann und die Frau zu bringen. Das erscheint Ines Kappert dann doch etwas unbefriedigend.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.08.2008

Durchaus zustimmend liest Zeit-Rezensent Dorion Weickmann David Garlands "spannende Studie" über das Strafjustiz-System der USA. Den "facettenreich" dargestellten Wandel in der amerikanischen Praxis - weg von der Resozialisierung hin zu einem "Überwachen und Strafen" - diagnostiziert der Rezensent auch für Europa, das in der Studie jedoch außen vor bleibe. In der Tradition von Foucault liefere der Soziologe eine "einleuchtende" Gegenwartsanalyse, die bereits vor dem 11. September die Logik der Folgen dargestellt habe, so Weickmann. Nur wenn Garland mit Verve gegen eine zu starke "Opferzentriertheit" des Justizsystems anschreibe, entdeckt der Rezensent einen "blinden Fleck" der Studie und verweigert seine Zustimmung.

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