Das ehrgeizige und vielschichtige opus magnum von Stefan Andres in der erstmals veröffentlichten Fassung letzter Hand. Bei ihrem ersten Erscheinen (1949-1959) wirkte diese ursprünglich mehr als 2000 Seiten umfassende Romantrilogie mit ihrer Figurenvielfalt und ihrer weitverzweigten Handlung wie ein Fremdkörper in einer literarischen Nachkriegslandschaft, die von kurzen, in einfachem Duktus geschriebenen Erzählungen beherrscht war: Während des Krieges als allegorische Darstellung der NS-Herrschaft begonnen, hatte sich dieses Werk, an dem Stefan Andres fast zwanzig Jahre lang gearbeitet hatte, schon bald zu einer Generalabrechnung mit jeder Art von totalitärer Herrschaft, Massenkult und diktatorischem Größenwahn ausgewachsen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.08.2008
Mit viel Respekt bespricht Alexander Kissler die Neuauflage von Stefan Andres' Romantriologie "Die Sintflut", eine Allegorie auf die NS-Herschaft, an der Andres fast zwei Jahrzehnte (1939-1958) geschrieben hat. Darin arbeitet er sich an den Funktionsweisen des Faschismus ab. Seine Parabel, in der die (Nazi-) "Norm-Diktatur" regiert, vereint laut Rezensent gekonnt Geschichtsdeutung und Metaphysik. Besonderes Augenmerk lege der Autor dabei auf die Techniken der Macht sowie auf den Einfluss der Großindustrie, informiert Kissler. "Gewaltig" und zugleich "schroff" findet er das Buch, das seiner Ansicht nach, vor allem gegen Ende, wo das "Angedeutete" zu sehr überwiege, einige Schwächen aufweist. Bedeutungsvoll findet er das Werk dennoch, insbesondere im Lichte der zwanzigjährigen Zeugenschaft des Autor und als "Warnung vor Staatsvergottung". Sein Fazit: "Kein Meisterwerk, aber ein singuläres Monument der Exilliteratur".
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