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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Arthur van Schendel

Das Fregattschiff Johanna Maria

Roman

Cover: Das Fregattschiff Johanna Maria

Manesse Verlag, Zürich 2007
ISBN-10 3717521462
ISBN-13 9783717521464
Gebunden, 270 Seiten, 17,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Niederländischen von Gregor Seferens. Eine harte Kindheit und der frühe Tod seiner geliebten Schwester haben aus Jakob Brouwer einen wortkargen Eigenbrötler gemacht. Auf der "Johanna Maria" hat er zwar nur als Segelmacher angeheuert, doch dank seines Einsatzes und intuitiven Wissens um die "Bedürfnisse" des Schiffs wird er rasch zu einer Autorität für die Besatzung - und damit zur Bedrohung für Kapitän Jan Wilkens. Den quält die Sorge um seine Frau und die kranken Kinder. Jeder Auftrag bedeutet einen bitteren Abschied, jede Rückkehr die traurige Gewißheit, daß die Angehörigen auf dem Festland ums Überleben kämpfen müssen. Resigniert gibt Wilkens schließlich auf, und die "Johanna Maria" wird nach einer Havarie ins Ausland verkauft. Brouwer entschließt sich, "seinem" Schiff zu folgen und so lange auf ihm zu arbeiten, bis er genug Geld beisammen hat, um es selbst zu besitzen. Dabei ist ihm jedes Mittel recht und kein Weg zu weit. Brouwers Leben kennt nur noch ein Ziel, und so versäumt der Seemann, besessen von seinem leidenschaftlichen Unternehmen, dessen Preis zu hinterfragen.

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Arthur van Schendel: Das Fregattschiff Johanna maria - Informationen und Leseprobe beim Manesse Verlag

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.08.2008

Klein aber oho! So beurteilt Heinrich Detering diesen bereits 1930 erstmals erschienenen, zum Klassiker avancierten maritimen Roman von Arthur van Schendel. Die aktuelle, nunmehr dritte Übertragung des Buches erscheint ihm gerechtfertigt ("geschmeidig und leserfreundlich"). Und auch das Nachwort ist dazu angetan, dem Rezensenten ein "Lesevergnügen" zu erschließen. Der dialogarme Text über ein Schiff und seinen Kapitän besticht laut Detering vor allem durch seine Fähigkeit, Atmosphäre und Seelenzustände nüchtern zu transportieren, auf einem Niveau, das für ihn zur Weltklasse rechnet. Darüber hinaus entdeckt Detering in dem kleinen Buch die sehr verhaltene "Andeutung einer Seefahrtsreligion" als Widerpart zur kapitalistischen Moderne. Auf die Figuren überträgt sich dieser Antagonismus laut Detering noch nicht als Psychopathologie. Sie erscheinen ihm als Melvillesche Denkmale, still, aber dämonisch.

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