Walter Laqueur, als langjähriger Direktor der berühmten Wiener Library in London einer der besten Kenner des Themas, nimmt in einem großen historischen Essay die verschiedenen Formen und Ausprägungen des Antisemitismus von der Antike bis heute in den Blick. Dabei spannt er den Bogenvom religiösen Antijudaismus der Anfänge bis zum rassisch begründeten Judenhass des 19. Jahrhunderts, der in die Katastrophe des Holocaust mündete. Eindringlich zeigt er, in welchem Maße Antisemitismus noch heute verbreitet ist, nicht nur im nahöstlich-arabischen Raum, sondern auch in Europa. Die jüngsten Kapitel dieser unheilvollen Geschichte sind antijüdische Verschwörungstheorien im Gefolge von 9/11 und neue Bündnisse zwischen Rechtsextremen aller Welt und radikalen Islamisten.
Als "brillante Zusammenfassung" der zweitausendjährigen Geschichte, wie es sie so noch nicht gegeben habe, feiert Rezensent Willi Jasper diesen Essay, dem er außerdem große Sachlichkeit und einen wohltuend unakademischen Diskurs bescheinigt. Gestützt auf die einschlägigen Standardwerke widme sich Walter Laqueur zwingenden Fragestellungen zu den Zusammenhängen von Antisemitismus und Moderne ebenso wie seinen verschiedenen Spielarten. Trotz aller kaum als optimistisch einzustufenden Prognosen und Einschätzungen Walter Laqueurs beeindruckt er Jasper damit, dass er mit seinem Buch nicht als Alarmist, sondern als Aufklärer auftritt.
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