Klaus Goch

Nietzsches Vater oder Die Katastrophe des deutsche Protestantismus

Eine Biografie
Cover: Nietzsches Vater oder Die Katastrophe des deutsche Protestantismus
Akademie Verlag, Berlin 2000
ISBN 9783050030777
Broschiert, 410 Seiten, 33,23 EUR

Klappentext

Erstmals wird ein Buch vorgelegt, das ausschließlich Nietzsches Vater, dem Pfarrer Carl Ludwig Nietzsche (1813-1849) gewidmet ist. Auf dem Hintergrund einer Lebenschronologie wird zunächst die Persönlichkeitsstruktur Carl-Ludwig Nietzsches, dann aber vor allem auch sein intellektueller Werdegang näher untersucht und dabei seine Wandlung vom aufklärerisch-rationalistischen zum erwecklich-orthodoxen Theologen eingehender dargestellt. Dabei erscheint Nietzsches Vater als eine eine Persönlichkeit, in der eine zentrale Problematik der protestantischen Glaubens- und Ideengeschichte deutlich zum Ausdruck kommt. An seiner Lebensgeschichte können all jene philosophisch-theologischen Fragen, Probleme und Aporien sichtbar gemacht werden, die der Sohn in seinem Denken und Leben in einem revolutionären Traditionsbruch zu beantworten und zu lösen versucht. Aus dieser Perspektive kann schließlich die Vater-Sohn-Beziehung als prägnantes Beispiel für den Prozeß der destruktiven Auflösung, als Katastrophe des lutherisch-protestantischen Glaubenssystems erscheinen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.08.2000

Kaum ein gutes Haar lässt Friedrich Wilhelm Graf an diesem Band. Zwar diagnostiziert er eine verblüffend umfangreiche Quellensammlung, bei der auch bisher unbekannte Dokumente ans Tageslicht gekommen sind. Jedoch stuft er das Vorgehen Gochs in mancher Hinsicht als nicht seriös ein. So stört sich Graf an zahlreichen Spekulationen des Autors über die "geheimen Motive seiner Personen" und an den arroganten Äußerungen über die Religiosität der Familie Nietzsche. Goch habe weder eine Vorstellung von der Bedeutung des Glaubens der betreffenden Personen und den theologischen Debatten der Zeit, noch könne er "alte religiöse Symbolsprachen" lesen. Auch "simple antifeministische Muster" macht der Rezensent aus, etwa da, wo die körperliche und psychische Krankheit Carl Ludwig Nietzsches mit der Überzahl der Frauen in der Familie in Zusammenhang gebracht wird. Nicht zuletzt hält es der Rezensent für äußerst fragwürdig, Friedrich Nietzsches "gesamte Moral- und Religionskritik als intellektuellen Vatermord zu deuten".

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