Sie spionierten für die Amerikaner oder für deutsche Dienste in der DDR oder wurden - wie der Westberliner Türke Erol Ünsalsudan - von einer BRD-Institution geworben, einen Prominenten medienwirksam auszuschleusen. Sie alle wurden von der Spionageabwehr der DDR entdeckt, verurteilt und inhaftiert - und von ihren Auftraggebern fallengelassen und vergessen. Die Berichte der verbrannten Spione offenbaren nicht nur die politischen Intentionen der Hintermänner. Sie liefern damit nachträglich den Beweis für die Notwendigkeit, dass sich die DDR wie jeder andere Staat auf dieser Welt vor Angriffen schützen musste. Und dies auch erfolgreich tat. Und außerdem zeigen diese lebendigen Erinnerungen, wie mit den Gefangenen etwa in Bautzen II umgegangen worden ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2008
Gunter Holzweißig staunt nicht schlecht, dass sich ausgerechnet fünf ehemalige Agenten für den Westen, die nach ihrer Enttarnung in der DDR inhaftiert wurden, für diesen Rehabilitierungsversuch des MfS hergeben. Im vorliegenden Band erzählen neben Herausgeber Hannes Sieberer vier weitere West-Agenten aus ihrer Biografie, ihrer Agententätigkeit und ihrer Haftzeit, wobei den Rezensenten nicht nur der "saloppe" Ton, sondern vor allem die Verklärung der Haft in Bautzen oder Berlin-Pankow, die er darin ausmacht, gewaltig irritiert. Ihren westlichen Arbeitgebern dagegen würden die Autoren larmoyant vorwerfen, Abmachungen und Lohnverpflichtungen nicht eingehalten zu haben, stellt Holzweißig fest, dem es schwer fällt, an die Schilderungen der "fairen", ja mitunter richtiggehend fürsorglichen Behandlung im DDR-Gefängnis, zu glauben.
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