Herausgegeben von Thomas Binder, Karl Grob, Peter Stocker, Walter Morgenthaler. Unter Mitarbeit von Dominik Müller. 1846 erschien Kellers erstes Gedichtbändchen (Gedichte), stark geprägt von der politisch motivierten Tendenzliteratur der Zeit. Mit den Neueren Gedichten von 1851/54, die sich um neue Ausdrucksweisen bemühen, endet Kellers frühes lyrisches Schaffen. Ähnlich der zweiten Fassung des Grünen Heinrich, die an die Stelle der ursprünglichen Fassung trat, sollten die Gesammelten Gedichte von 1883 die früheren Gedichtpublikationen ersetzen. Band 13 der Historisch-Kritischen Gottfried Keller-Ausgabe (HKKA) präsentiert die frühen Sammlungen vollständig und im originalen Wortlaut, wobei die Neueren Gedichte in beiden, stark voneinander abweichenden Auflagen wiedergegeben werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.06.2008
Rezensent Manfred Koch gibt beim Studium dieses dreizehnten Bandes der historisch-kritischen Gottfried-Keller-Edition mit dessen Gedichten besonders die Faszination zu Protokoll, die ihm die Beobachtung bereitet hat, wie die Gedichte Kellers immer besser werden, je mehr des späten Erzählers sich darin findet. Insgesamt verdankt der Rezensent dem Band die Begegnung mit ebenso furchtbaren wie starken lyrischen Bildern über das Dichten an sich. Von der Trauer beispielsweise über das Fehlen wirklicher "Lebensberührung", das Keller für Koch in so unvergleichlich kristalliner Klarheit zu sehen und dann in seinen Gedichten mit für den Rezensenten "unendlich reizvollen" Facetten und Spiegelungen darzustellen verstanden habe.
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