Aus dem Polnischen von Martin Pollack. Ryszard Kapuscinskis Bücher wie "König der Könige" und "Meine Reisen mit Herodot" gehören inzwischen zum Kanon der Weltliteratur. Die Vorlesungen, die Kapuscinski im Jahr 2004 am Wiener Institut für die Wissenschaften vom Menschen hielt, waren noch einmal seinem großen Thema gewidmet: der Begegnung mit dem Anderen. Kapuscinski erläutert, welche Bedeutung dieser Begriff Emmanuel Levinas für seine Arbeit hatte und erfüllt die philosophische Kategorie anhand seiner Erfahrungen als Reiser, Journalist und Publizist mit Leben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2008
Freudig begrüßt Christian Geyer diese Vorlesungen Ryszard Kapuscinskis, die dieser 2004 am Wiener Institut für die Wissenschaften vom Menschen gehalten hat. Sie erwecken in ihm die Ahnung, dass der im vorigen Jahr verstorbene polnische Journalist und Schriftsteller in erster Linie ein Philosoph war. Beeindruckt hat ihn, wie frisch Kapuscinski die Kategorie des Anderen in Anknüpfung an Emmanuel Levinas angeht und dessen Philosophie der Begegnung und des Antlitz auf den Punkt bringt. Neben den Ausführungen des Autors über die Begegnungen zwischen Individuen hebt er auch die über die Begegnungen zwischen Kulturen sowie dessen kritische Sicht der Feldforschung hervor.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.05.2008
Einmal mehr gerät Michael Angele über diesen Autor ins Staunen. Ryszard Kapuscinskis Nachdenken über den Anderen, das für Angele nicht weniger als ein Reflektieren der Grundlagen von Kapuscinskis Werk bedeutet, führt den Rezensenten von der Aufklärung bis zu Emmanuel Levinas. Kapuscinskis zentrales Movens, erkennt Angele, ist die Neugierde, die sogar die "enorme Anstrengung" einer Begegnung mit dem Anderen auf Augenhöhe nicht scheut. Der Wert dieser Reflexionen liegt für ihn in ihrem Aberwitz, darin, dass sie ohne Zynismus auskommen, in der reichen Erfahrung ihres Urhebers sowie nicht zuletzt darin, dass Kapuscinski "auch als Reisender" ein großer Schriftsteller ist.
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