Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heere Heeresma

Ein Junge aus Amsterdam

Erzählung

Cover: Ein Junge aus Amsterdam

Ammann Verlag, Zürich 2008
ISBN-10 3250601039
ISBN-13 9783250601036
Gebunden, 152 Seiten, 18,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Niederländischen von Marianne Holberg. Eine der schönsten Städte Europas: Amsterdam im Ausnahmezustand. Es ist der zweite Weltkrieg, die Stadt unter deutscher Besatzung. Der kleine Junge lernt ein neues Gefühl kennen, eine Mischung aus Angst, Spannung und Sensation. Täglich wieder verschwindet einer seiner jüdischen Freundinnen und Freunde, und niemand scheint zu wissen warum und wohin. Nur sein Vater, der weiß viel, und muss es doch dem Jungen verschweigen. Der Vater hat als Theologe ein besonderes Interesse an jüdischer Religion und Gebräuchen, ein ständiges Thema in der Familie. Und sie lebt es auch, aufgehoben im damals hochmodernen und "glücklichen" Quartier Amsterdam-Süd, wo Juden und Nicht-Juden friedlich miteinander auskamen. Mit der Besatzung endet dieser Friede abrupt. Der Judenstern wird eingeführt, Juden werden versteckt, auch im Elternhaus. Der Junge hat viel Verantwortung zu tragen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.11.2008

Als "bis zur letzten Seite beeindruckend" feiert Rezensent Martin Zingg dieses "meisterhafte Buch", das "ohne jede Larmoyanz und ohne pädagogisches Händeringen" die "langsam einkehrende Normalität" des nationalsozialistischen Schreckens im von den deutschen besetzten Holland beschreibe. Wie eine Sonde schicke der Autor seinen jugendlichen Protagonisten durch das Amsterdam jener Jahre, lasse ihn protokollieren, wie die Stadt, in der Juden und Christen bislang friedlich miteinander gelebt hätten, langsam zu einem kalten, gefährlichen Ort werde. Wie plötzlich Geld auf das Denunzieren von Juden ausgesetzt werde und die vertrauten Namen mancher Familie von Klassenkameraden plötzlich von den Klingelschildern verschwänden. Gerade die Tatsache, dass hier weder an die Rührung noch an die Moral appelliert werde, macht die Schilderung der Geschichte des jugendlichen Helden für Zingg so exemplarisch und bewegend.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.05.2008

Höchst beeindruckt zeigt sich Jochen Schimmang von diesem ersten auf Deutsch vorliegenden Teil von Heere Heeresmas Kindheitserinnerungen an die Zeit der deutschen Besetzung Amsterdams. Pathos begegnet Schimmang auf diesen Seiten selten. Dafür bieten sie ihm eine Genauigkeit und sprachliche Qualität, die weit über den üblichen Plauderton von Memoiren hinausweisen und ihm das Unfassbare "etwas begreiflicher" machen. Dementsprechend hoch bewertet Schimmang die Beschreibungen des Absterbens (jüdischen) Stadtlebens. Betreffend ihre Literarizität vergleicht er sie mit den Büchern Primo Levis. "Eine Spur hoffnungsvoller" erscheinen sie ihm allerdings.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

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