Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Jobs
Historische Tage
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Hitlers Feldzug gegen die Sowjetunion war kein Präventivkrieg, wie von Goebbels verbreitet und noch heute zu hören. Es war ein Aggressionskrieg par excellence. Doch wahr ist auch, dass die Sowjetführung unter Stalin seit den zwanziger Jahren, verschärft in den Dreißigern, ein gigantisches Aufrüstungsprogramm verfolgte, um einen Angriffskrieg gegen Westeuropa zu führen. Kaschiert wurde dies durch die Propaganda vom "friedliebenden" Vaterland der Werktätigen. Was in jenen dramatischen Jahren hinter den Mauern des Kreml vor sich ging, ist immer noch weitgehend unerforscht. Bogdan Musial zählt zu den wenigen westlichen Historikern, die breiten Zugang zu den Moskauer Archiven haben. Als erster hat er systematisch die einschlägigen Protokolle und Sonderakten der sowjetischen Führung, vor allem des Politbüros und des streng geheimen Verteidigungskomitees, ausgewertet.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.09.2008
Thomas Urban begrüßt Bogdan Musials Buch über "Stalins Kriegspläne gegen den Westen", das eine Lücke in der Forschung schließt. Der deutsch-polnische Historiker weist für ihn nach, dass Stalin über zwei Jahrzehnte die Eroberung Mitteleuropas plante, bis ihm Hitler mit dem Angriff 1941 auf die Sowjetunion zuvorkam. Dabei geht es dem Autor Urbans Einschätzung nach aber nicht darum, die These vom deutschen Präventivkrieg wiederzubeleben. So findet Urban bei Musial keine Entlastung der Deutschen. Vielmehr unterstreicht er dessen nachdrückliche Feststellung, Hitler habe von Stalins Plänen nichts gewusst, Moskau und Berlin hätten unabhängig voneinander einen Angriffskrieg vorbereitet. Ausführlich geht Urban auf die Darstellung von Stalins riesigem Aufrüstungsprogramm in den 30er Jahren ein, referiert die Finanzierung des Programms durch Agrarexporte und hebt den von Musial untersuchten Zusammenhang zwischen staatlich gefördertem Alkoholismus und Aufrüstung hervor. Er bescheinigt dem Autor, in seinem Buch eine Fülle bisher unveröffentlichter Dokumente aus Moskauer Archiven ausgewertet und ein "präzises und spannendes Bild der sowjetischen Militärpolitik bis zum Vorabend des Zweiten Weltkrieg" gezeichnet zu haben.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.05.2008
"Beispielhaft" nennt Rezensent Hans-Erich Volkmann Bogdan Musials materialreiche Untersuchung zur expansionistischen bolschewistischen Militärstrategie und Außenpolitik zwischen 1920 und 1941. Die Lektüre eröffnet dem Rezensenten nicht nur die ganze Brutalität stalinistischer Zwangswirtschaft mit all ihren Folgen. Volkmann staunt auch über die gesammelten Zahlen und Informationen über Stalins Herrschaftssystem. Das Desaster des Finnlandfeldzugs versteht er nach der Lektüre besser, ebenso den Drang der Sowjetunion gen Westen. Gern mehr erfahren hätte Volkmann über die technologischen Entwicklungen des Sowjet-Militärs und die Frage nach dem weltrevolutionären Impetus von Stalins Expansionspolitik.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.04.2008
Bogdan Musials Buch über Stalins Kriegspläne hat Rezensent Rudolf Walther nicht überzeugt. Im Wesentlichen hält er dem polnischen Historiker vor, seine zentrale These sei schlicht verkehrt. Die neuere historische Forschung hat für ihn hinreichend nachgewiesen, dass die Ansicht, Deutschlands Krieg gegen die Sowjetunion sei ein Präventivkriegs gegen eine von Stalin geplante Offensive gewesen, eine "Legende" ist. Er weist darauf hin, dass auch Musial den deutschen Überfall auf die Sowjetunion für einen ideologisch bedingten Angriffskrieg hält. Trotzdem suche der Autor auf nahezu 600 Seiten zu belegen, dass Stalin schon 1940 über "eine der schlagkräftigsten und mächtigsten Invasionsarmeen der Weltgeschichte" verfügt und "explizite Vorbereitungen" für einen Angriff auf Deutschland getroffen habe. Beiden Punkten widerspricht Walther vehement, Musial kommt in seinen Augen nur mit einer alten Legende im neuen Gewand daher.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Bücher von Lesern empfohlen
Patricia B. McConnell: Das andere Ende der Leine
Aus dem Englischen von Gisela Rau. Dies ist eigentlich kein Buch über Hundeerziehung, sondern eines über ...
Michael Stolleis: Sozialistische Gesetzlichkeit
Dieses Buch bietet eine erste Gesamtdarstellung der Staats-, Verwaltungs- und Völkerrechtslehre in der DDR. ...
Archiv: Bücherschauen
Vexierspielkünstler
20.03.2010: Die FAZ hat Denis Johnsons Thriller "Keine Bewegung!" gelesen und freut sich über das Gespür des Autors für kriminelle Loser. Die FR folgt der zehnjährigen Dora durch Jacques Roubauds Abenteuer und Geheimnis verheißenden "Verwilderten Park". Sehr anregend findet die NZZ Eric Hobsbawms Buch über "Globalisierung, Demokratie und Terrorismus". Die taz spürt einen Hauch von Erlösung in Don DeLillos Roman "Der Omega-Punkt". Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Francois Walter: Katastrophen
15.03.2010: Für die Natur gibt es keine Katastrophen, nur für die Menschheit. Der Schweizer Historiker Francois Walter hat eine Kulturgeschichte ihrer Bewältigung geschrieben und der Sinnsuche des Menschen: Strafe Gottes, Prüfung der Gottesfürchtigen sowie Ansporn zu neuen technischen Entwicklungen. Hier eine Leseprobe aus "Katastrophen". Mehr lesen
Betina Gonzalez: Nach allen Regeln der Kunst
11.03.2010: Im Erstlingsroman der Argentinierin Betina Gonzalez begibt sich eine Tochter auf die Suche nach den Spuren ihres Vaters, eines mittelmäßigen Bildhauers, und nimmt Kontakt mit seinen Geliebten auf. Hier eine Leseprobe aus "Nach allen Regeln der Kunst". Mehr lesen
Necla Kelek: Himmelsreise
08.03.2010: Passend zum 8. März: Necla Kelek kämpft in ihrem neuen Buch für eine aufgeklärte Lesart des Koran, informiert über Entstehung und Hintergründe und stellt fest: Auf den Koran kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Lesen Sie hier ein Kapitel aus "Himmelsreise". Mehr lesen


Folgen Sie uns auf Twitter

