Die Frauen haben ihren Teil für die Emanzipation getan. Sie haben sich zu Alphamädchen entwickelt und Universitäten und neue Berufsfelder erobert. Die Hälfte der Welt, die Hälfte der Macht gehört der Frau deshalb noch lange nicht. Jetzt ist es an der Zeit, dass sich die Männer bewegen. Die Aufgaben wurden nicht neu verteilt, die Frauen haben sich nur zusätzliche aufgehalst. Die Grundformel, nach der die Welt funktioniert, ist nach wie vor in Kraft: Frauen leisten global gesehen zwei Drittel der Arbeit, verfügen über zehn Prozent des Einkommens und ein Prozent des Vermögens. Sibylle Hamann und Eva Linsinger zeigen, dass Gleichberechtigung der Geschlechter möglich, ja notwendig ist, da uns aus wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und demographischer Sicht gar nichts anderes übrig bleibt und wir einen neuen Geschlechtervertrag brauchen.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 13.03.2008
Eva Hermans realsatirischer Einsatz sei Dank, gibt es jetzt endlich wieder "einen frischen und überzeugten und ernsthaften Feminismus", der die alten und wesentlichen Fragen wie Rollenverteilung und Einkommensunterschied, Pornografie, Orgasmus und sexueller Gewalt aufgreift, freut sich Rezensentin Hilal Sezgin. Die beiden Journalistinnen Sibylle Hamann und Eva Linsinger verstehen, ihren flott geschriebenen Beobachtungen im "Weißbuch Frauen, Schwarzbuch Männer" dank guter Recherche politische Tiefe zu geben, lobt Sezgin. Regelrecht wachgerüttelt sieht sie sich etwa von einzelnen Statistiken, die die Autorinnen anführen. Ihre Analysen überführen die beiden schließlich in konkrete und fundierte Vorschläge, wie sich, etwa bei der Neuorganisation der Arbeitszeit, die Gesellschaft verändern und im Hinblick auf die Rechte von Frauen gerechter gestalten lässt, berichtet die Rezensentin mit Wohlgefallen. "Feminismus lebt", resümiert Sezgin nach der Lektüre von Sibylle Hamanns und Eva Linsingers Buch erleichtert.
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