Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Rudolf Borchardt
Deutsche Renaissancelyrik
Klappentext
Aus dem Nachlass rekonstruiert und herausgegeben von Stefan Knödler. Sinnlich, frech und wie eben improvisiert klingen diese zumeist anonym, aber z. B. auch von Orlando di Lasso vertonten Stücke, charmant und brünstig, melancholisch und augenzwinkernd, ein Reigen von Versen an das "Mysterium Frau". Rudolf Borchardts berühmter Anthologie Ewiger Vorrat deutscher Poesie tritt hier eine zweite an die Seite: deutsche Liebesgedichte des 16. Jahrhunderts. Das Buch erschließt die bis heute verschollene weltliche Seite der Dichtung zwischen Mittelalter und Barock. Die Liedtexte werden nach der von Borchardt beabsichtigten Anordnung wiedergegeben. Ein kritischer Apparat bietet Vorlagen und Varianten, das Nachwort skizziert die Bedeutung des Projekts in der Traditionsdebatte der zwanziger Jahre.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.2008
Recht lang holt Harald Hartung aus, um das Projekt des Rudolf Borchardt plausibel zu machen, der sich auf so radikale Weise der Tradition verschrieb, dass er sie in Teilen so erfand, wie sie seiner Ansicht nach gehörte. Das gilt für seine Dante-Übersetzung in ein Oberdeutsch, das es gar nicht gab. Und in gewisser Weise gilt es auch für die unvollendete Sammlung und eigensinnige Restauration anonymer Poesie als deutsche Renaissancelyrik, die nun aus dem Borchardtschen Nachlass herausgegeben wurde. Eine deutsche Renaissancelyrik hat im strengen Sinn nicht existiert - Borchardt aber behauptet sie herbei. Nicht zuletzt durch Überarbeitung und Rückübertragung späterer Texte in einen wiederum von ihm selbst aus dem Nichts rekonstruierten Sprachzustand. Nicht anfreunden will sich Hartung freilich mit der Idee, das ließe sich als "Manipulation" beschreiben. Denn zu bezwingend scheint dem Rezensenten das Ergebnis. Was Borchardt hier zusammengetragen habe, findet er nämlich verblüffend in seiner Frische, in seinem "drive". Die Gedichte seien "fast alle interessant und lesbar, viele faszinierend, einige großartig, ja groß". Verböte sich der Begriff im Zusammenhang mit einem wie Borchardt nicht, ließe sich, versichert Hartung, fraglos von einer "Sensation" sprechen.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







