Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Jutta Bretthauer. "Vater: Ölmillionär. Mutter: radikale Revolutionärin. So begann mein Dasein." Und es sollte ein Leben voller Spannungen und unerwarteter Wendungen werden, das den jungen Juden Lev Nussimbaum -1905 in Baku geboren- in den Jahren der russischen Revolution über Zentralasien, Persien und die Türkei schließlich bis ins Berlin der Wilden Zwanziger Jahre führte. Dort machte er sich -inzwischen zum Islam konvertiert- als Essad Bey (alias Kurban Said) einen Namen als international anerkannter Autor, unter anderem des noch heute verlegten Bestsellers "Ali und Nino". Nach einem Intermezzo in New York zog er nach Wien, floh vor den Nazis nach Italien und starb 1942 in Positano.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.06.2008
Sehr anregend fand David Motadel die Lektüre der Biografie des Essad Bey von Tom Reiss, die nun in deutscher Übersetzung erschienen ist. Bey, entnimmt der Rezensent dem Buch, war ein in der Weimarer Republik sehr populärer Schriftsteller und Orient-Experte, der sich als türkisch-persischer Prinz ausgab, in Wahrheit aber im kaukasischen Baku als Kind jüdischer Eltern aufgewachsen war. Stilistisch gewandt und sehr kurzweilig zeichnet der amerikanische Autor dessen bewegtes Leben nach, das allerdings schon mit 36 Jahren tragisch endete, und er kann dabei nicht nur mit spektakulären Quellenfunden glänzen, sondern gewährt auch kuriose Einblicke in seine eigene Recherchearbeit, stellt der Rezensent anerkennend fest. Allerdings hätten dem Buch einige Kürzungen gut getan, denn mitunter verliere sich Reiss allzu verliebt in sein Thema und übertreibe es dann mit den Informationen zum historischen Kontext oder mit den anekdotischen Einsprengseln, so Motadel etwas kritisch. Insgesamt aber zeigt er sich von dieser Lebensbeschreibung fasziniert und gefesselt.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.03.2008
Sehr fasziniert und immer wieder staunend hat Rezensent Tobias Rapp sich in diese Biografie vertieft, und sich doch bei der Lektüre immer wieder gefragt, ob dies alles wirklich so war. Doch nichts an dieser Biografie dieses aserbeidschanisch-jüdisch-muslimischen Bestsellerautors der zwanziger Jahre sei erfunden: als Kind kam Essad Bey mit seiner Familie nach der russischen Revolution aus Baku über Istanbul nach Berlin, schrieb die erste Stalin-Biografie und wäre beinahe auch Mussolini-Biograf geworden. Rapp will von den aberwitzigen Wendungen dieser Biografie, den interessanten Geschichten, die der New Yorker Journalist Tom Reiss über Essad Bey herausgefunden hat, nicht allzu viel verraten. Nur, dass er die Berliner Abschnitte des Buches am faszinierendsten findet, wo Bey nicht nur zum Islam konvertiert, sondern auch eine jüdische Millionärstochter ehelicht, um dann am Ende von den Nazis als "jüdischer Identitätsbetrüger" attackiert zu werden.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.03.2008
Äußerst gefesselt hat den Rezensenten Rudolph Chimelli Tom Reiss' Biografie des aus Baku stammenden Millionärssohn und Schriftstellers Lev Nussimbaum, der als Essad Bey zum Bestsellerautor in der Weimarer Republik avancierte und weithin als beschlagener Orientalist gerühmt wurde. Bewundern muss der Rezensent den geradezu kriminalistischen Spürsinn, mit dem Reiss hinter die von Nussimbaum selbst in die Welt gesetzten Legenden blickt und so weit ihm möglich dessen faszinierenden Lebensweg nachzeichnet. Wenn der Autor auch nicht alles, was diese Biografie ausmacht, zweifelsfrei klären konnte, bietet dieses Buch doch viele spannende Details zu seinem gesellschaftlichen und zeitgeschichtlichen Kontext, so Chimelli beeindruckt. Dass dem amerikanischen Journalisten dabei mitunter Fehler unterlaufen, wie die Behauptung, das österreichisch-ungarische Reich sei durch den Versailler Vertrag zerschlagen worden, verzeiht ihm der begeisterte Rezensent dafür gerne.
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