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Klappentext
Viele verschiedene Frauen, viele unterschiedliche Kleidungsstücke und Accessoires, 26 kurze Erzählungen: Die Kleider der Frauen ist der neue Erzählungszyklus von Brigitte Kronauer. War in den Tricks der Diva die Natur die heimliche Heldin aller Geschichten, so ist es nun das Ich einer fiktiven Autobiografie, das allerdings gelegentlich aus dem selbstgezimmerten Rahmen rutscht.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.06.2008
Rezensent Ernst Osterkamp ist, in einem Wort: entzückt von diesem Band mit Prosaminiaturen von Brigitte Kronauer. Sofort ein Klassiker, darum auch bei Reclam ganz richtig. Es geht, zum kompliziert reflektierten Schein autobiografisch, um Rita. Von Kindergedanken bis Greisinnengefühlen. Wichtig ist nicht, was passiert. Große dramaturgische Bögen gibt es wohl kaum. Wichtig ist vielmehr das Detail. Sind Figuren und Dinge, die mit größter Genauigkeit ins Auge gefasst werden. Und ist die Sprache, die für die Autorin Kronauer das Auge ist, in das sie sie fasst. Osterkamp zitiert gar nicht wenig, möchte aber immerzu mehr zitieren, wie er schreibt. Als "Galerie von Kabinettstücken" lobpreist er die versammelten Texte, die ihn an die niederländischen Gemälde-Altmeister des 17. Jahrhunderts erinnern. Die Erotik, die - "weiblich", aber vernehmlich - den Band "durchzittert", und zwar bis ins zehnte Lebensjahrzehnt der Erzählerin, die sei nicht vergessen. Also, nochmal ganz deutlich, am Ende, über dies Buch: "Man legt es, altmodisch gesprochen, mit Entzücken aus der Hand."
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.03.2008
Einen "großen, überraschenden" Roman bilden diese sechsundzwanzig Erzählungen laut Thomas Steinfeld. Überraschend nicht so sehr, weil er das Brigitte Kronauer nicht zugetraut hätte, sondern weil das kleine Format des gelben Reclam-Heftchens so etwas Gewaltiges nicht unbedingt vermuten lässt. "Bescheidenheit und Stolz" sieht Steinfeld hinter der Entscheidung für dieses Format, und die gleichen Charakterzüge meint er in den mutmaßlich autobiografisch inspirierten Erzählungen wiederzufinden. Man merkt der Rezension an, dass Steinfeld sich tief verbeugt vor diesem kleinen gelben Heftchen, wegen der "Bilder von Gebrechlichkeit und Größe", die man in ihm findet, aber auch wegen Kronauers unablässiger Konzentration aufs Detail, die Kleines groß und zeitlos werden lässt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.03.2008
Brigitte Kronauer nimmt sich die Damengarderobe der fünfziger Jahre und ihre Trägerinnen vor, die "Witwen, Hausfrauen, Nachbarinnen" aus der Zeit ihrer Kindheit und Jugend, so Ina Hartwig in einer kurzen Rezension dieses Bändchens. Die autobiografisch gefärbten Skizzen handeln von einer manchmal vorhandenen Brutalität und Direktheit und offenbaren eine ganz anders geartete Weiblichkeit. In der Verschränkung mit surrealistischen Einsprengseln zeugen sie von der nicht immer redlichen Phantasie einer Heranwachsenden, die sich ebenso an Märchen wie an der Härte des matriarchalen Umfelds entzündet, und an den "Filzhüten, Perlenketten, Zigarettenetuis und dicken Brillengläsern". Eine Melange, deren Raffinesse der Rezensentin gleichermaßen Gänsehaut wie Vergnügen bereitet hat.
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