Aus dem Kroatischen von Alida Bremer. Ein Sohn besorgt auf Wunsch seiner Mutter Blumen für die Beerdigung der Geliebten seines Vaters, zwei Liebende sind gefangen in einem Leben ohne Wahlmöglichkeiten, schmerzhafte Kindheitserinnerungen werden geweckt, als ein junger Mann mit seinem Vater im Garten des zerstörten Hauses arbeitet - Vor dem Hintergrund der politischen Ereignisse im zerfallenden Ex-Jugoslawien handeln Simics Geschichten von Hoffnung und Enttäuschung, Treue und Verrat sowie der Unmöglichkeit, den anderen Menschen vollständig zu verstehen. Die CD zum Buch wurde eingelesen von Sasa Stanisic.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.08.2008
Hier stellt sich ein Autor auf "Weltklasse"-Niveau vor, versichert der Rezensent Franz Haas. Der Schutzheilige dieses Erzählungsbands ist kein Geringerer als Raymond Carver, findet Haas, der allerdings sicherheitshalber auch noch Danilo Kis und Bruno Schulz als Vorbilder ins Spiel bringt. Was Roman Simics Texte vor allem auszeichnet, sei ihre täuschende Leichtigkeit. Um die Liebe geht es und am Rande durchaus auch um den Krieg - der kommt aber vor allem in Details und Nebensätzen vor, als unvermittelt und ohne weitere Ausführung erwähnter ausgebrannter Häuserblock zum Beispiel. "Beklemmend groß" ist, so Haas, die Erzählung "Die Zeit der Wunder", die eine schwangere Frau, einen Mann, der noch nicht Vater werden will und einen todkranken Großvater, der Buchenwald überlebt hat, zusammenbringt. Selbst in dieser Konstellation siege aber der "Witz". Der Rezensent resümiert: "Europäische Literatur im besten Sinn."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.02.2008
Bei der Lektüre dieser lakonischen Erzählungen des kroatischen Autors Roman Simic fühlt sich Rezensentin Judith Leister an Raymond Carver erinnert. Nur dass hier der Krieg und seine Auswirkungen immer spürbar sind, ohne dass sie je direkt zum Thema würden, so Leister. Sie skizziert einige Handlungsstränge um Paare, die es schaffen oder vielleicht auch nicht - es geht um Sex, Abtreibung, Geschichte in Gestalt eines ehemaligen KZ-Häftlings, Gewalt. Insgesamt scheint Leister durchaus angetan, ein dezidiertes Urteil fällt sie jedoch nicht.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…