Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Rote Fahnen wehten von 1933 bis 1989 über Potsdam. Auf ihnen waren verschiedene Zeichen auf rotem Grund abgebildet. Sie symbolisierten die Diktaturen der Nationalsozialisten und der Sozialistischen Einheitspartei, die wesentliche Unterschiede, aber auch Ähnlichkeiten aufweisen. Analysiert wird, welche Erscheinungsformen der Gesellschaft die Umsetzung der ideologischen Konzepte förderten und welche Hemmnisse der jeweilige Herrschaftsapparat zu überwinden hatte. Das Untersuchungsfeld umfasst Potsdam und Umgebung... Die Tagebücher Hans Thimmes vermitteln einen Eindruck, wie ein konservativer Beamter sich mit der NS-Herrschaft auseinandergesetzt hat. Das Tagebuch von Marianne Vogt beschreibt den Beginn der sowjetischen Besatzungszeit in Potsdam.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.02.2008
Fragt sich Hans-Jürgen Döscher zunächst, was es über die Geschichte Potsdams noch Neues beizutragen gebe, zeigt er sich von Roland Thimmes Studie über Biografien von verfolgten Potsdamern zwischen 1933 und 1989 sehr beeindruckt. Thimme kenne nicht nur "Amtsträger" von Potsdam gut, sondern habe auch Zugang zu Tagebüchern von eigenen Familienmitgliedern gehabt, die die schwierige Gratwanderung zwischen Widerstand und Anpassung eindrucksvoll belegen, lobt der Rezensent. Insbesondere die Aufzeichnungen des Vaters, Hans Thimme, sind erhellend für die Haltung eines Militärs und späteren Archivars des Potsdamer Reichsarchivs, der zwar die NSDAP ablehnte, von Hitler aber dennoch die "friedliche" Zurücknahme des Versailler Vertrags erhoffte, so Döscher eingenommen. Erschüttert dagegen haben ihn die Tagebuchaufzeichnungen von Marianne Vogt, die die sowjetische Besatzung 1945 schildert. Insgesamt nennt er den Band eine eindrucksvolle, "epocheübergreifende" Lokalstudie, die trotz regionaler Begrenztheit "zentrale Aspekte der deutschen Zeitgeschichte" beleuchtet.
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Uangenehm plausibel
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