Aus dem Französischen von Harald Ehrhardt. Entlarvung des Nazi-Glamours. Die scheinbar glanzvolle Fassade der Nazidiktatur - ein Blick in den Abgrund. Almeidas Buch ist die erste umfassende Darstellung des gesellschaftlichen Lebens der Nationalsozialisten. Adlige, Kulturgrößen, Filmstars, Karrierediplomaten und hohe SS-Angehörige bildeten einen dekadenten Hofstaat der braunen Emporkömmlinge und verschafften ihnen das erwünschte Sozialprestige. Die korrumpierte Gesellschaft ließ sich weder durch Krieg noch Massenmord bei ihren exklusiven Vergnügungen stören. Sie profitierte von dubiosen Geschäften mit den Machthabern und machte Diskretion zur wirksamsten aller gesellschaftlichen Barrieren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.02.2008
Schon nach wenigen Seiten kann Christian Jostmann Entwarnung geben: So flach und reißerisch wie seine Aufmachung und sein selten dämlicher Klappentext ("Entlarvung des Nazi-Glamours"!) ist dieses Buch nicht, das Anliegen des französischen Historikers Fabrice d'Almeida "durchaus seriös". Ihm geht es darum zu zeigen, wie die Nazis die "Gesellschaft" - im Sinne von Society - für sich vereinnahmte, und aus alten Eliten und neuen Bonzen eine Art "Jetset des Dritten Reichs" bildeten. Dafür sichtet er die Gästelisten offizieller Empfänge ebenso wie die Steuerprivilegien, die etlichen Stars gewährt wurden. Das findet Jostmann alles recht instruktiv, allerdings nicht ganz so neu, wie Almeida glauben machen wolle: Die Korrumpierung der Eliten sei ein durchaus wichtiges Thema, auch relativ gut erforscht. Aber Elite sei auch nicht die einzige Trägerin des Nationalsozialismus gewesen, gibt der Rezensent schließlich noch zu bedenken.
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