Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Englischen von Rainer Schmidt. Arkadi Renko ist Kult, seit Martin Cruz Smith ihn im Kalten Krieg in den "Gorki Park" schickte. Jetzt ist sein Held im Moskau der chromblitzenden Bars, der Sozialparasiten und klauenden Polizisten, der Raubtierkapitalisten und der ehrlichen Dummen angekommen. Die alten Seilschaften nutzen die neuen Möglichkeiten, die Mafia hat sich etabliert und schickt ihre Kinder in die feine Welt der Banken und der Künste, eine Geldwäsche der besonderen Art. Selbst Stalin wird wieder gesellschaftsfähig. Ein Anruf, den Renko zufällig auf dem Apparat eines Kollegen annimmt und der sich als Mordauftrag entpuppt, versetzt den Chefermittler mitten in diese ehrenwerte Gesellschaft, deren Verbindungen bis ins Herz der Moskauer Polizei zu reichen scheinen. Renko folgt den Spuren der geheimnisumwitterten OMON, die im Tschetschenien-Krieg als berüchtigte Elite-Einheit agierte, und stößt dabei auf diverse Leichen, grausige Relikte der Vergangenheit, seltsame Ausgräber und immer wieder auf den Mythos des eigenen Vaters.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.05.2008
Mitreißend ist Rainer Moritz' Begeisterung für diesen Thriller nicht gerade, doch lobt er "Stalins Geist" als intelligenten Krimi und Martin Cruz Smith als einen starken Erzähler "wie man ihn in diesem Genre selten antrifft". Ermitteln muss Arkadi Renko, jener Moskauer Kommissar, der schon in "Gorki Park" zeigte", wie man sich am besten die eigene Karriere ruiniert. Diesmal geht es um Moskauer Polizisten, die als falsche Helden in Tschetschenien zu Ruhm gekommen sind, im rot-braunen Politsumpf staksen und sich als Auftragskiller verdingen. Renko muss sich gegen die korrupten Verhältnisse, eine untreue Freundin und einen ausgerissenen Jugendlichen behaupten. Moritz gibt zu bedenken, dass der Roman vielleicht ein wenig überladen sein könnte, doch hat ihn die politische-kriminelle Explosivkraft, die Cruz Smith sich hier entfalten lässt, überzeugt.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.03.2008
Hans-Peter Kunisch ist auch vom sechsten Krimi um den russischen Ermittler Arkadi Renko, den Martin Cruz nun auf die Spuren vergangener und gegenwärtiger Verbrechen in Russland schickt, fast vollkommen begeistert. Renko, seit Smith' Krimi "Gorki Park" Kult für Krimifans, ermittelt gegen seinen Kollegen Isakow, der nicht nur einen Mordauftrag erhält, sondern der als Führer der russischen Eliteeinheit Omon zur Zeit des Tschetschenienkrieges in schmutzige Angelegenheiten verwickelt war. Kunisch gibt sich Mühe, den offensichtlich ziemlich verwickelten Plot zusammenzufassen (und vielleicht verrät er sogar etwas mehr, als für eine Krimirezension schicklich ist). Die große Stärke des amerikanischen Autors sei es, dass er Russland mittlerweile wie seine Westentasche kenne. Zudem gelingt es Smith, seine Kenntnisse so flüssig in den Plot einzubauen, dass man sich nicht belehrt fühlt, lobt Kunisch angetan. Ein gelungener Polit-Thriller, der nur einen einzigen Ausflug ins allzu Unwahrscheinliche unternimmt, wie Kunisch ansonsten sehr eingenommen schreibt.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 05.01.2008
Einen höchst spannenden "Schlüsselroman zur Putin-Ära" sieht Rezensentin Katharina Granzin in Martin Cruz Smith' neuem Thriller "Stalins Geist". Noch einmal schickt der Autor den Helden aus seinem Welterfolg "Gorki Park", Arkadi Renko, los, diesmal, um einer Reihe von rätselhaften Todesfällen nachzugehen, die sein Rivale und Ex-Kollege Nikolaj Isakow unter den Tisch kehren möchte. Der Roman ist in Granzins Augen wesentlich mehr als ein simpler Politthriller. Sie würdigt das Buch als Tragödie im "Gewand eines Thrillers", lobt es als literarisch überzeugend und hebt hervor, dass hier zudem "politische Aufklärung" im "besten Sinn" betrieben werde. Souverän scheint ihr, wie der Autor seine komplexe Handlung handhabt und dabei Themen wie Tschetschenien, Straßenkinder, Alkoholmissbrauch und die Verbrechen der stalinistischen Vätergeneration verarbeitet. Ihr Fazit: ein "wirklich großartiger Thriller".
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.12.2007
Sylvia Staude hat den sechsten Krimi um den russischen Polizisten Arkadi Renko von Martin Cruz Smith mit Begeisterung gelesen und zeigt sich beeindruckt von dessen treffsicherer Recherche. Angesichts der jüngsten Wahlkampf-Politik Putins kann sie sich über die Hellsichtigkeit des amerikanischen Autors nur wundern, der in seinem Roman von einer "Partei der Russischen Patrioten" erzählt, welche mit Hilfe amerikanischer Werbeprofis und der Inszenierung einer Stalin-Erscheinung zur Macht kommen will. Grandios findet die Rezensentin den Einfall, eine "schwerhörige" Altkommunistengruppe einer Stalinrede lauschen zu lassen, während in der Etage darunter Renko in einen Kampf auf Leben und Tod verstrickt ist. Einmal mehr erweise sich Smith in seinem russischen Krimi nicht nur als akribischer "Rechercheur", sondern auch als äußerst geschickter Erzähler, schwärmt Staude hingerissen.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.12.2007
Hannes Hintermeier ist auch vom sechsten Arkadi-Renko-Krimi von Martin Cruz Smith restlos begeistert, und es ringt ihm große Bewunderung ab, wie tief sich der amerikanische Autor mittlerweile in die Geschichte und Gegenwart Russlands eingefunden hat. In diesem an Grausamkeiten reichen Roman soll der unter beruflichen und privaten Schwierigkeiten leidende Renko einer Erscheinung von Stalins Geist in der Moskauer U-Bahn nachgehen, der ungeachtet eines gerade aufgefundenen Massengrabs von den Menschen wieder verehrt wird und von einem ultranationalistischen Veteran des Tschetschenien-Kriegs für seinen politischen Wahlkampf genutzt wird, fasst der Rezensent zusammen. Es ist nicht zuletzt ein packendes Buch über "Väter und Söhne" mit Stalin als "Übervater", wobei der Roman ein grelles Licht auf die stalinistische Geschichte und auch auf das Russland von heute mit seiner neureichen Oligarchie wirft, preist Hintermeier.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








