Elisabeth Bokelmann

Vichy contra Dritte Republik

Der Prozess von Riom 1942
Cover: Vichy contra Dritte Republik
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2006
ISBN 9783506757371
Kartoniert, 183 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Sommer 1940: Frankreich ist besiegt, die "Neue Ordnung" des Marschalls Petain richtet sich unter deutscher Aufsicht im unbesetzten Teil des Landes ein. Februar 1942: In Riom bei Vichy beginnt mit Billigung Hitlers ein Prozess wegen Hoch- und Landesverrats gegen die früheren Ministerpräsidenten Blum und Daladier, den ehemaligen Oberbefehlshaber Gamelin u. a. Ihnen werden Krieg und totale Niederlage angelastet. Doch statt das Vichy-Regime durch Diffamierung führender Köpfe der Dritten Republik zu stabilisieren, richtet sich der Prozess zunehmend gegen seine Betreiber selbst - sie entpuppen sich als Mitverantwortliche für das Desaster von 1940. Hitler lässt den Prozess abbrechen. Doch er kann nicht mehr verhindern, dass der Prozessverlauf das Vichy-Regime weitgehend diskreditiert hat. Der Prozess von Riom hatte eine wichtige Funktion für die Entstehung und Stärkung des Widerstands gegen die deutsche Besatzung und für die weitere politische Entwicklung in Frankreich. Elisabeth Bokelmann legt nun, gestützt auf reichhaltiges Quellenmaterial, die erste Darstellung dieses spektakulären politischen Prozesses im deutschsprachigen Raum vor.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2007

Peter Hölzle begrüßt dieses Buch über den Prozess von Riom 1942, das Elisabeth Bokelmann vorgelegt hat. Neue Erkenntnisse über diesen Schauprozess, den das Vichy-Regime unter Philippe Petain gegen hochrangige Vertreter der Dritten Republik angestrengt hatte, die beschuldigt wurden für die Niederlage gegen die Deutschen verantwortlich zu sein, findet er darin zwar nicht. Aber die Rekonstruktion des Prozesses und die Schilderung seiner Folgen scheinen ihm dennoch überaus verdienstvoll, vor allem, weil das Buch die erste deutschsprachige Arbeit über diesen in Deutschland kaum bekannten Prozess ist. Gerade deshalb hätte sich Hölzle allerdings die Darstellung, den Dokumentenanhang und die Kurzbiografien der beteiligten Personen doch etwas ausführlicher gewünscht.

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