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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Simon Sebag Montefiore

Der junge Stalin

Biografie

Cover: Der junge Stalin

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN-10 3100506081
ISBN-13 9783100506085
Gebunden, 537 Seiten, 24,90 EUR

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Klappentext

Seine vorrevolutionären Verbrechen wie Verdienste waren weitaus größer als je bekannt. Zum ersten Mal zeigt Simon Sebag Montefiore mit seinem neuen Buch, wie aus dem jugendlichen Gangster Josef Stalin, der weder vor Bankraub, Schutzgelderpressung noch Mord zurückschreckte, der gewiefte, blutrünstige Diktator und unerschrockene Kriegsherr, der geniale Stratege und Politiker wurde. Schon in Stalins frühester Jugend zeigt sich die Fratze des Despoten: seine Feindschaften, seine Interessen, seine Skrupellosigkeit, seine Paranoia und seine Kenntnis der Welt und der Menschen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.01.2008

In Maßen freundlich fällt Thomas Krügers Urteil über diese Biografie des jungen Stalin aus. Bewundernswert findet er vor allem das Geschick, mit dem Montefiore das von ihm gründlich gesichtete, inzwischen zugänglich gewordene Archivmaterial in eine "lesbares, gar nicht wissenschaftlich steif daherkommendes Buch" verwandelt hat. Die Vorgeschichte des späteren Diktators als Bankräuber und Priesterseminarist werde so außerordentlich "lebendig", manchmal allerdings sogar zu sehr. Dagegen bedauert Krüger, dass Montefiore auf die enge Verknüpfung des Alltäglichen und Privaten mit dem Politischen weitgehend verzichtet hat. Sehr interessant wiederum scheint ihm ein anderer Aspekt des Buches: Daraus, wie marxistischer Terror seinen Anfang nahm, lasse sich über das Drohpotenzial des Islamismus einiges lernen.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.12.2007

Geradezu hymnisch begrüßt Rezensent Karl Schlögel dieses zweite Stalin-Buch des britischen Historikers Simon Sebag Montefiori, das sich seinen Informationen zufolge - nach Montefioris "überwältigend dichter Beschreibung" des inneren Kerns von Stalins Hofstaat - nun mit der Frühgeschichte Stalins befasst. Denn erstens handelt es sich Schlögel zufolge hier nun auch um eine "veritable Vorgeschichte der UdSSR". Aber auch paradigmatisch ist das Buch für ihn von unschätzbarem Wert, wie er bekundet: weil es nämlich in eine Geschichtsschreibung, die bisher vorwiegend in Kategorien von Herrschaft und Systemen gedacht habe, konkrete Schicksale und Gesichter zurück bringe. Wie schon im Buch zuvor beeindruckt Montefiori seinen Rezensenten durch die Erschließung "eines fantastischen Quellenfundus" aber auch durch bislang unbekannte Details, die auf der Basis von zahllosen Interviews mit Freunden und Verwandten Stalins zusammengetragen wurden, durch Reisen quer durch den Kontinent auf den Spuren Stalins und seinen, von ihm im Stich gelassenen Kindern mit diversen Frauen, oder an die Orte seiner Verbannung. Ärgerlich findet Schlögel allein, dass der Verlag für die deutsche Ausgabe den "kostbaren Anmerkungsapparat" des Originals nicht übernommen hat, sondern stattdessen auf eine Website verweise.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2007

Insgesamt zufrieden scheint Helmut Altrichter mit Simon Sebag Montefiores Buch über den "jungen Stalin", auch wenn er einige Kritik anzubringen weiß. Das Interesse des Autors sieht er vor allem beim Privatleben des späteren Diktators. In dieser Hinsicht hat er sehr viel Neues und Erhellendes über Stalin als Chorknabe, Gedichteschreiber, Schutzgelderpresser, Bankräuber und Sexmaniac erfahren. Die politischen Einstellungen und Handlungen des jungen Stalin bleiben zu seinem Bedauern ziemlich unterbelichtet. Beeindruckt haben ihn die langwierigen, umfangreichen Recherchen des Autors in etlichen Archiven und Museen in verschiedenen Ländern. Kritisch betrachtet er dagegen das Fehlen der Belege der zahlreichen Zitate und den Verzicht auf Fußnoten. Auch scheinen ihm wichtige Quellen Montefiores, die publizierten und unpublizierten Erinnerungen von Zeitgenossen Stalins, nicht immer frei von Verzerrungen.

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