Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Cyrille Offermans

Warum ich meine demente Mutter belüge

Cover: Warum ich meine demente Mutter belüge

Antje Kunstmann Verlag, München 2007
ISBN-10 3888974852
ISBN-13 9783888974854
Gebunden, 124 Seiten, 14,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Walter Kumpmann. "Meine Mutter glaubte, es sei Krieg, nicht im übertragenen, sondern im blutig-ernsten Sinn des Wortes. Man habe sie gefangengenommen, und sie werde nun vom Feind bewacht. Es war ihr ein Rätsel, wie wir unbehelligt durch die feindlichen Linien gelangt seien und sie gefunden hätten." Aus nächster Nähe, mit der Genauigkeit der Liebe beschreibt Cyrille Offermans das Schicksal seiner alten, dement werdenden Mutter: Die ersten Anzeichen wie Vergesslichkeit, Verwirrung und Misstrauen, und wie schwer die plötzliche Distanz zu ertragen ist. Wie die Aufnahme ins Heim unvermeidlich wurde, weil es keine gemeinsame Realität mehr gibt, wenn die innere Welt eines Menschen sich auflöst. Die eigene Scham und die Schuldgefühle, die ständigen Zweifel, ob man als nächster Angehöriger, als Sohn, das Richtige tut. Und wie es dennoch möglich ist, mit den Schwächen des Alters und den eigenen zu leben: in Würde, achtsam, liebevoll.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.08.2008

Melanie Mühl ist ergriffen von dieser außergewöhnlichen Lektüre. Allerdings beeilt sie sich zu versichern, dass der Autor keinesfalls um das Mitleid seiner Leser buhle. Dafür erscheint Mühl der Ton, den Cyrille Offerman wählt, zu lakonisch. Wenn Mühl zwischen den Zeilen die Traurigkeit des Sohnes spürt, dessen Mutter an Demenz erkrankt ist, geht es ihr dennoch nahe. Zu detailreich und schonungslos sind die Schilderungen über das Älterwerden, über die "stumme Verzweiflung" der Mutter und die Qualen des Sohnes, der hilflos zusehen muss.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.12.2007

Ulrich Stock hofft, dass das etwas unglückliche Cover von Cyrille Offermans Buch über das Leben mit seiner dementen Mutter keine Leser von dieser empfehlenswerten Lektüre abhalten wird. Davon abgesehen lobt er den Bericht nämlich ausnahmslos für seine eindrückliche, gänzlich unsentimentale Darstellung der ganz alltäglichen Schwierigkeiten, die das Leben mit einer dementen Angehörigen mit sich bringt. Dass der niederländische Autor auch die durch den fortschreitenden Gedächtnisverlust durchaus komischen Momente beschreibt, weiß der Rezensent als entlastend zu schätzen und er meint, dass Angehörige in diesem Buch, das keine medizinische Diagnose stellen, sondern den Lebensalltag mit der Demenz schildern will, vieles wieder erkennen werden. Ein berührendes Buch, das allerdings nur diejenigen schockieren wird, die keine Erfahrung mit dementen Menschen haben, so Stock.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren