Aus dem Englischen von Thomas Brückner. Die Termitenforscherin Kimberly, eine kühle, karrierebewusste Amerikanerin und ihr Ehemann Ruben fahren mit einem gerade entbundenen Säugling durch die afrikanische Nacht. Urplötzlich stehen sie vor dem Schlagbaum einer Grenzstation. Hier entdeckt Kimberly im ersten Licht des Tages schockiert, dass das Baby, das die Krankenschwester für sie in Tücher gewickelt hat, schwarz ist! Als Forodha, der überaus eifrige Grenzposten, das schwarze Kind entdeckt, steht für ihn fest, dass er es mit einem Fall von Menschenschmuggel zu tun hat und setzt die Familie auf unbestimmte Zeit fest. Der Autor weiß die Wartezeit zu nutzen: Im Haus des Grenzposten entwickelt sich ein so interessantes wie witziges Kammerspiel, das die Klischees von Schwarzen und Weißen, Männern und Frauen gehörig auf den Kopf stellt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.11.2007
Obwohl Rezensent Heinz Hug bedauert, dass "Das Buschbaby" nicht an die Dichte von Meja Mwangis letztem Roman "Happy Valley" heranreicht, scheint ihn die Lektüre dank "Witz und meisterlicher Erzählweise" nicht gelangweilt zu haben. Während "Happy Valley" noch davon erzählte, wie einer kenianischen Familie ein weißes Kuckuckskind in den Schoß fällt, erzählt Mwangi in "Buschbaby" die Geschichte aus der Gegenperspektive: Ein amerikanisches Paar gerät während eines Forschungsaufenthalts in Afrika an das kenianische Baby der Familie aus dem ersten Roman. Interessant findet Rezensent Hug, wie Meja Mwangi der in "Happy Valley" beschriebenen Traditionalität Kenias hier die - vor allem in der etwas gefühlskalten Protagonistin Kim verkörperten - Rationalität Amerikas entgegen setzt. Dass dabei die kulturell unterschiedlichen Sichtweisen auf Familie, Kind und Geschlecht auf durchaus differenzierte Weise zutage treten, findet seine Anerkennung.
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