Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Claudia Starik ist neunzehn und leidet unter dem ganz normalen Alltag einer Abiturientin: zudringlichen Lehrern, zerrupften Familienverhältnissen, der Liebe, der Mode, den bevorstehenden Prüfungen und der Klimakatastrophe. Einen Verbündeten hat sie in ihrem Großvater, der nicht nur dem Erscheinungsbild nach anders ist als alle anderen: Konstantin Starik ist Witwer, Exunternehmer, Kommunist und Millionär. Im Kampf gegen die Tücken der modernen Technik muss Claudia ihm beistehen; dafür hilft er ihr, wenn es um die Zumutungen des Imperialismus, die Bildungsmisere und all die Belange des Lebens geht, bei denen Mut gefragt ist. Geschichte, weiß Konstantin, geschieht nicht, sie wird gemacht, und so schenkt er seiner Enkelin zum Abitur eine ungewöhnliche Reise: Als Forscher und Spione brechen die beiden auf zu einer gefährlichen Expedition in die Kälte, dorthin, wo in der Nähe des magnetischen Nordpols die größte Hochfrequenz-Antennenanlage der Welt steht: HAARP, der Stolz amerikanischer Technokraten und Geheimprojekt des Militärs zur Manipulation von Wetter und globaler Kommunikation?
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.02.2008
"Bemerkenswert und absonderlich zugleich " findet Rezensent Eberhard Falcke diesen Roman, den er als Hybrid aus antipopkultureller Erzählung, Science-Fiction und Politthriller empfand. Im Zentrum beschreibt er die junge Claudia, superintelligente Physikstudentin in spe, die Falcke zufolge nicht nur eine absonderliche Sprache spricht, sondern auch sonst ein höchst faszinierender literarischer Klon sein muss. Im Roman tritt sie dem Rezensenten zufolge oft gemeinsam mit ihrem poststrukturalistisch ausgesprochen versiert argumentierenden Großvater auf, was Falcke als literarischer Schachzug ebenfalls sehr erfreut. Insgesamt handelt das Buch seiner Einschätzung nach von der "Suche nach der verlorenen Radikalität" unserer müden Gegenwart und versucht eine Revolte gegen die popliterarischen Konsumgeschichtenerzähler und ihre Generationenghettos. Als ein wenig sein Lesevergnügen einschränkend empfindet der Rezensent lediglich, dass Dath bei aller Virtuosität seiner Darstellung mitunter doch stark zum Orakeln und abrupten Genrewechsel neigt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.12.2007
Auch wenn der Roman zum Ende hin einige doch ziemlich rätselhafte Wendungen nimmt, ist der Rezensent Martin Krumbholz im Großen und Ganzen doch sehr beeindruckt von der authentisch wirkenden Stimme, die Autor Dietmar Dath seiner 19-jährigen Protagonistin Claudia geliehen hat und die so gar nicht "affektiert oder anbiedernd" klingt. Daths Sprache sei "sexy, witzig und originell" und wie er sich in weibliche "Gehirnwindungen hineindenkt", findet Krumbholz "wahrhaft erstaunlich". Das ist seiner Meinung nach auch, was die Lektüre dieses Bewusstseinsstroms, dieser "ätzenden Zersetzungssuada", mit der Claudia ihre Umgebung analysiert, lohnenswert macht - nicht das "Wild-Spekulative", das zum Schluss hin die Geschichte dominiert.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.11.2007
Vernichtend lautet Ijoma Mangolds Kritik an Dietmar Daths Roman über die rotzige Abiturientin "Clautschi", die mit ihrem kommunistischen Opa Konstantin nach Alaska fährt, um dort dem Haarp-Observatorium, im Roman ein Ort der bösen Machenschaften des "militärisch-industriellen Komplex'", entgegenzutreten. Nach diesem Werk des Faz-Spex-Suhrkamp-erfahrenen "Schubladen-Kombinierers" Dath möchte der Rezensent "nie wieder jung sein" und wünscht, dieses mit Pappfiguren, "schlechten Kalauern und verklemmtem Bildungsgeprotze, Theorie-Angebertum und schwer aufgesetzter Rebellionsromantik" angefüllte und zu allem Übel auch noch in eine fantasymäßige Verschwörungsgeschichte abdriftende Buch wäre niemals geschrieben worden.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.11.2007
Dietmar Daths neuer Roman "Waffenwetter" hat Rezensent Paul Jandl begeistert. Auch wenn das Buch konsequent auf Kleinschreibung setzt, findet er es einfach "brillant". Die Geschichte über eine Abiturientin und ihren Großvater, die sich zusammen aufmachen, um im Alaska die Wetterwaffe HAARP, ein mitlitärisches und ziviles Forschungsprojekt der Amerikaner zur Manipilation des Wetters, zu sabotieren, scheint ihm eine mitreißende Mischung aus Realen und Irrealen, Fakten und Fiktion, die neben Verschwörungstheorien jede Menge Theologie und Philologie, Shakespeares "König Lear" und ein sowjetisch-genetisches Experiment bietet. Aber auch Daths lebensechten Figuren und ihre Sprache haben Jandl rundum überzeugt. Besonders schwärmt er von der Abiturientin Claudia, deren Sprache er als "furioses Konstrukt aus Slang und hochliterarischer Reflexion" preist. Mit diesem Roman beweist Dath in Jandls Augen wieder einmal, dass er einer der "raffiniertesten" Schriftsteller der deutschen Gegenwartsliteratur ist.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2007
Es fängt an mit Döblin, den Rezensent Oliver Jungen in seiner Besprechung mehrfach bemüht, um seiner Begeisterung für Dietmar Dath Ausdruck zu verleihen. Wie Döblin sei Dath ein "literarischer Amokläufer", der fröhlich Fiktion und Wirklichkeit zusammenmontiere. Zudem sei er ein Autor, der ganz und gar auf der Höhe der Zeit und ihrer Popproduktionen sei. Vor allem aber ist Daths Werk, so Jungen, von "sprachlicher Präzision und narrativer Eleganz". Nachdem wir eine recht aufwändige Einschätzung von Autor und Literaturbetrieb hinter uns gebracht haben, erzählt Jungen von dem vorliegenden Buch. Er preist seine komplexe Struktur, seine Rückbezüglichkeit auf andere Dath-Romane, und kommt schließlich auf die Konstellation von Mädchen und Großvater zu sprechen, die sich nach Alaska aufmachen, um die Forschungseinrichtung HAARP, die Waffen-Wetter-Maschine des Titels, zu sabotieren. Aber ganz eigentlich geht es, so Jungen, um die Liebe bzw. "eine neue Sprache der Liebe" und um eine nur durch sie mögliche Erlösung. Die von Jungen aus dem Roman eingestreuten Zitate bleiben merkwürdig blass und hinter der Vollmundigkeit der Besprechung zurück.
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