Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Anette Grube. Eine vollkommen untalentierte Bildhauerin darf für das Weiße Haus Präsident F. D. Roosevelt in Stein meißeln und kann die Chance ihres Lebens nicht nutzen. Ein unerfahrener GI versucht vergeblich, im Paris der Nachkriegszeit seine Jungfräulichkeit zu verlieren. Eine junge Prostituierte vergrault durch ihr zwanghaftes Lügen den Mann, den sie liebt. Lakonisch beschreibt Richard Yates das Leben jenseits des American Dream.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.02.2008
Ganz reicht dieser zweite Erzählungsband von Richard Yates nicht an seinen ersten "Elf Arten der Einsamkeit" heran, muss Rezensent Ulrich Rüdenauer feststellen, aber genossen hat er ihn trotzdem. Denn auch in "Verliebte Lügner" findet sich, was Yates ausmacht: "Einsamkeit, Selbsttäuschung, Bindungslosigkeit, unglückliche Liebe, Lebensangst." In Yates Geschichten geht es immer "unfair" zu, immer um Abschied, und nie dürfe oder könne man darauf hoffen, dass Yates seinen unglücklichen, einsamen, verlorenen Helden einen Rettungsring zuwerfe, seufzt Rüdenauer, dem das allerdings - rein erzählerisch - sehr behagt hat.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.01.2008
Mit viel Lob versieht Rezensentin Bernadette Conrad diesen Band mit Kurzgeschichten des amerikanischen Schriftstellers Richard Yates, den sie als "groß", doch in seiner Größe bisher nicht angemessen gewürdigt empfindet. Die Erzählungen spielen ihrem Eindruck zufolge alle im Dunstkreis des ganz gewöhnlichen Unglücks, in Hinterhöfen, Souterrains und engen Zimmern, in denen Yates' Figuren den Abstand zwischen Traum und Wirklichkeit immer aufs neue vermessen und nicht selten dabei vom Alkohol zu Fall gebracht würden. Überhaupt sei das Trinken aus Yates' Erzählungen nicht wegzudenken: Eine "leise beständige Anwesenheit", die für Conrad einen "Grundton von Labilität" garantiert. Aus Sicht der Rezensentin hat Yates außerdem seine Geschichten stets auch an eigenen Erfahrungen von Entbehrung und Erfolglosigkeit entlang geschrieben. Trotzdem sieht sie aus den Texten auch so etwas wie ein "paradoxes Glück" scheinen: weil Yates seine Figuren (und Leser) lehre, sich den Blick nicht durch Larmoyanz, Selbstmitleid und falsche Hoffnungen trüben zu lassen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.11.2007
Sehr beeindruckt ist Kai Wiegandt von diesem Band mit Richard Yates' Short Stories, die für ihn die Kunst dieses Genre vollkommen verkörpern. Protagonisten der in den dreißiger bis sechziger Jahren spielenden Geschichten sind konsequent Verlierer, Menschen, die sich selbst täuschen und denen es an Konsequenz fehlt, wie dem Fulbright-Stipendiaten in der titelgebenden Erzählung "Verliebte Lügner", der frisch geschieden in London einer Prostituierten begegnet und sich vormacht, sie vergöttere ihn. Der Rezensent preist "Yates' Genauigkeit, die ohne viele Worte auskommt" und seinen erbarmungslos "materialistischen Blick". Soviel Scheitern, dass es ihm scheint, als wolle Yates ein "metaphysisches Verdikt über den Menschen" verhängen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2007
Mit dem Band mit Erzählungen "Verliebte Lügner" kann man den bereits 1991 gestorbenen Richard Yates auch hierzulande als meisterhaften Beherrscher der Kurzgeschichte entdecken, freut sich Alexander Müller. Wie in seinen Romanen präsentiert der amerikanische Autor auch in seinen Erzählungen, die überwiegend in der als Epoche der Angst apostrophierten Nachkriegszeit spielen, glücklose Loser, erklärt der Rezensent. Diese Angst ist in den Geschichten durchweg präsent, zum Beispiel in der mit Alkohol betäubten Furcht des GI Paul Colby vor ersten erotischen Erfahrungen bei einem Ausflug in Paris. Begeistert ist der Rezensent vom "unprätentiösen" Stil Yates, der gerade durch seinen Mangel an artifiziellen Wendungen und durch seine klare, nüchterne Sprache seine Poesie und Vitalität erreicht, die sich gut lesen lässt und ohne Sentimentalität berührt, wie Müller schwärmt.
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