Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 11.38 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Manfred Lütz

Gott

Eine kleine Geschichte des Größten

Cover: Gott

Pattloch Verlag, München 2007
ISBN-10 3629021581
ISBN-13 9783629021588
Gebunden, 287 Seiten, 19,95 EUR

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Klappentext

"Gott sei Dank, Gott existiert nicht. Wenn aber, was Gott verhüten möge, Gott doch existiert?" Darauf sucht Manfred Lütz Antwort. Der Autor findet: "Das ist die wichtigste Frage der Welt." Zu ihrer Beantwortung macht er - wie es bei einem "echten Lütz" nicht anders zu erwarten ist - einige höchst amüsante Umwege. Er nimmt Elton Johns Auftritt auf der Trauerfeier für Lady Di ebenso unter die Lupe wie die Argumente "der besten Atheisten der Welt" oder die Debatten um Evolutionstheorie und Hirnforschung. Er analysiert, wie die Psychologen Gott auf die Couch gelegt haben, und fragt nach dem Gott der Kinder, Lehrer, Wissenschaftler und Philosophen. Immer wieder unterbricht Lütz seine Reflexion mit Geschichten über Menschen, die es mit dem lieben Gott aufnahmen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.10.2007

Irgendwie ganz nett, aber letztlich nicht überzeugend scheint Rezensent Helmut Löhr diese "kleine Geschichte des Größten", die der studierte Theologe und praktizierende Arzt Manfred Lütz vorgelegt hat. Dabei hat er im Grunde nichts einzuwenden gegen dessen apologetisches Vorhaben, wichtige Positionen zum Gottesgedanken zu mustern, um das Scheitern des Atheismus aufzuzeigen. Auch bescheinigt er dem - einem liberalen, papsttreuen Katholizismus verpflichteten - Autor immer wieder bedenkenswerte Ansichten, etwa zum Verhältnis Psychotherapie und Seelsorge oder zum Verschwinden der Schuld in unserer Gesellschaft. Gerade spüre man, dass ein "Mann der Praxis"mit Erfahrung, "Herz und Humor" schreibe. Aber Löhrs Kritik überwiegt schließlich doch. Er hält Lütz vor, sich nicht für die Einsichten der neueren Bibelexegese zu interessieren. Zudem scheint ihm die Auseinandersetzung mit philosophischen, naturwissenschaftlichen und auch theologischen Positionen letztlich wenig substantiell und eher oberflächlich. Er fühlt sich durch die Bildungshappen, Anekdoten, eingestreuten frommen Zitate und autobiographischen Reminiszenzen des Autors nicht wirklich eingeladen, mitzudenken. So aber bleibe das Buch beim "geistigen Fast Food, bei den idees recues eines mild-konservativen Katholizismus".

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