Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Dieter Gräbner, Stefan Weszkalnys
Der ungehörte Zeuge
Kurt Gerstein, Christ, SS-Offizier, Spion im Lager der Mörder
Klappentext
In der ersten Szene in Rolf Hochhuths Doku-Drama "Der Stellvertreter" sucht der SS-Offizier Kurt Gerstein den päpstlichen Nuntius Cesare Orsenigo in Berlin auf, um ihn darüber zu informieren, dass "täglich mehr als zehntausend Juden ermordet, vergast" werden. Der Versuch misslingt. Nach dem Krieg schreibt er im sog. "Gerstein-Bericht" seine Erinnerungen aus der Zentrale des Massenmords nieder. Am 25. Juli 1945 wird er in seiner Gefängniszelle in Paris tot aufgefunden. Wer war dieser Mann, was hat ihn angetrieben? Bis heute bleiben trotz vieler Erklärungsversuche einige Rätsel ungelöst.
Der Journalist Dieter Gräbner und der Historiker Stefan Weszkalnys haben Dokumente und Literatur studiert, sind neuen Fährten gefolgt. Sie haben mit Zeitzeugen gesprochen, die Gerstein noch kannten, sind Familiengeschichten nachgegangen und haben in verschiedenen Archiven speziell die saarländischen Jahre Gersteins unter die Lupe genommen, um dem Psychogramm neue Seiten hinzufügen zu können. Der Band dokumentiert zahlreiche Quellen zum ersten Mal. Viele Abbildungen, ein ausführlicher Lebenslauf und der "Gerstein-Bericht" im Original vervollständigen die lebendige Erzählung eines umstrittenen Lebens.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.09.2007
Berührt zeigt sich Rezensentin Ursula Frey von Dieter Gräbners und Stefan Weszkalnys Buch über den lange verkannten NS-Widerstandskämpfer Kurt Gerstein. Ausführlich berichtet sie über das widersprüchliche Leben des Bergbauingeneurs, der sich stark in der Jugendarbeit der evangelischen Kirche engagierte, das Nazi-Regime wiederholt öffentlich kritisierte, dafür im KZ Welzheim interniert wurde, aber nach seiner Entlassung dennoch der Waffen SS beitrat und dort zügig die Karriereleiter aufstieg. Dabei habe Gerstein immer wieder Mächtige auf den sich vor seinen Augen abspielenden Völkermord aufmerksam gemacht. Frey nennt unter anderem Kontakte nach Schweden, im Vatikan und zum holländischen Widerstand. Das Buch empfindet sie als sehr "intensiv", derart, dass man nach der Lektüre erst einmal einen gewissen Abstand gewinnen müsse. Gleichwohl scheint es ihr für die schwierige Thematik fast ein wenig zu routiniert geschrieben.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








