Peter Wapnewski

Nausikaa soll nicht sterben!

Ein Maskenspiel im Garten Goethes und Homers. 1 CD
Cover: Nausikaa soll nicht sterben!
DHV - Der Hörverlag, München 2007
ISBN 9783867170994
CD, 14,95 EUR

Klappentext

1 CD mit 74 Minuten Laufzeit. Gelesen vom Autor. Peter Wapnewski ist der bedeutendste Mittelalterforscher des deutschen Sprachraums. Mit seinen Lesungen des Nibelungenlieds, des Parzival und anderem eröffnete er dem Publikum einen einmaligen Blick in das rätselhafte Mittelalter. Nun Nausikaa: Die Heldin aus Homers Odyssee, die Retterin des gestrandeten Odysseus, tritt auch bei Goethe auf. Und stirbt dort - anders als bei Homer - einen tragischen Liebestod. Warum? Es will uns nicht einleuchten. In klugem Erzählton und in anmutiger Sprache gibt Peter Wapnewski Einblick in die Ideen Homers, Goethes und ihrer Zeit. Und ganz nebenbei wird deutlich, dass Nausikaa, ob nun im Tod bei Goethe oder im Leben bei Homer, durch Peter Wapnewskis Lesung für uns unsterblich wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.09.2007

Hans-Martin Gauger ist restlos bezaubert von diesem Hörbuch. Seine Ausführungen über Peter Wapnewskis "runde" Stimme und "inkantatorische" Diktion sind eine glatte Liebeserklärung. Kaum vermag er zu unterscheiden, wann Wapnewski die Texte um Goethes "Nausikaa" vorliest und wann er sie bereits interpretiert. Mehr als andere Rezitatoren vermutet er Wapnewski "in 'seinen' Texten drin". Dabei genießt Gauger nicht nur die philologisch korrekte Inszenierung, sondern ebenso den Augenblick, da Wapnewski regelrecht "ausflippt" und das von Goethe Unabgeschlossene dichtend selbst beendet. Parodistisch ist das nicht, für Gauger "schieres Vergnügen". Sogar Emmanuel Pahuds jede Lesung einleidende Flöte trägt noch dazu bei.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.08.2007

Tatsächlich hat Goethe ein Drama um die junge, schöne Nausikaa geplant, die sich - ohne Erfolgsaussichten - in den am Ufer des Phäakenlandes gestrandeten Odysseus verliebt. Geschrieben hat er es nicht - aber genau daraus macht sich der Literaturwissenschaftler Peter Wapnewski nun einen Spaß. In diesem Hörbuch berichtet er vom staunenswerten Fund des wohl dem Reisegefährten Christoph Heinrich Kniep ins Zeichenbuch diktierten Dramas. Das ist natürlich ein, wenn auch mit "würdig-knarzendem Ernst" präsentierter Unsinn, dem freilich die von Wapnewski vorgetragenen (und in Wahrheit natürlich von ihm selbst gedichteten) Verse noch Nachdruck verleihen. Der Rezensent Gustav Seibt zitiert sie und findet, dass sie eher nach einer Mischung aus Wieland und Friederike Kempner klingen - sein Vergnügen hatte er mit Wapnewskis Fiktion offenkundig dennoch.

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