Louise Richardson

Was Terroristen wollen

Die Ursachen der Gewalt und wie wir sie bekämpfen können
Cover: Was Terroristen wollen
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN 9783593383750
Gebunden, 381 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Ob in Europa, Amerika oder Nahost, der Kampf gegen den Terrorismus ist von Hilflosigkeit und Misserfolgen geprägt. Menschen sterben, weil wir das Wesen des Gegners nicht begreifen und deshalb falsch auf die Gewalt reagieren. Die renommierte Expertin Louise Richardson definiert Terrorismus mit klarem analytischen Blick und großer Sachlichkeit. Dabei zieht sie den Nordirland-Konflikt, die RAF und viele andere Terrorbewegungen als Beispiel heran. Anstatt Terroristen pauschal zu verteufeln, zeigt sie, dass diese keine Irren sind, sondern politische Akteure, die klare Ziele verfolgen.Wir können den Terror nicht besiegen. Aber wir können ihn eindämmen und dafür sorgen, dass die Terroristen nicht erreichen, was sie bezwecken.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.09.2007

Bücher über den Terrorismus gebe es bereits viele, räumt Rezensent Thomas Speckmann ein, aber nur wenige schafften es, "eine Analyse derart auf den Punkt zu bringen wie dieses". Die in Harvard lehrende Historikerin Louis Richardson stellt darin die Frage nach dem richtigen Umgang mit dem zeitgenössischen Terrorismus. Dass man ihn nicht einfach gewaltsam niederringen kann, zeigen ihrer Meinung nach schon die aktuellsten Beispiele. Vielmehr gelte es, dem Terrorismus mit "Gelassenheit" und "Selbstbewusstsein" zu begegnen, um den Terroristen ihr stärkstes Druckmittel zu nehmen: die Verbreitung von Angst und Schrecken. Richardson stellt daher die These vom Primat des politischen Ziels auf, das für sie nur erreicht werden kann, wenn an unseren demokratischen Werten und Prinzipien festgehalten wird. Gerade diese nämlich sind es, die "zu den stärksten Waffen des Westens" zählen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.08.2007

Als "brillante Analyse" feiert Rezensent Rudolf Walter das Buch der Harvard-Professorin, das aus seiner Sicht sehr gründlich mit Legenden und Spekulationen über die Ursachen des internationalen Terrorismus und seinen verschiedenen ethno-nationalen Spielarten aufräumt. Im ersten Teil ihres Buches präsentiere Louise Richardson "immenses empirisches Material" zu den unterschiedlichsten Terrormilieus und -spielarten. In Teil zwei würden vor allem die staatlichen Reaktionen auf den Terrorismus analysiert und kritisiert. Zum Beispiel der amerikanische "Krieg gegen den Terror", der die Terroristen einerseits zu Kriegsgegnern geadelt, ihnen andererseits aber die Gleichberechtigung aberkannt habe und mit der Einrichtung von Guantanamo schließlich die Basis des Völkerrechts verlassen habe, wodurch die USA und ihr Einsatz für die Demokratie unglaubwürdig geworden seien.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.07.2007

Mit großem Interesse hat Christian Schlüter dieses Buch der in Harvard lehrenden Politikwissenschaftlerin Louise Richardson gelesen, die darin den Versuch unternimmt, den Terrorismus als ein Phänomen darzustellen, dem man sich durchaus mit Rationalität nähern könne und dem eine solche auch zugrunde liegt. Terroristen, fasst Schlüter Richardsons Gedanken zusammen, sind politische Akteure, die durch ihre Angriffe auf unschuldige Zivilisten bestimmte Ziele verfolgen, nämlich Rache, Ruhm und Reaktion. Zufrieden verzeichnet der Rezensent, dass Richardson sich bei ihrer Darstellung nicht auf die alles überschattende al-Qaida beschränkt, sondern auch die Erfahrungen mit europäischen oder lateinamerikanischen Gruppen einbindet.  Einwände erhebt Schlüter nicht gegen das Buch, sondern nimmt "beunruhigt" die Frage mit, ob es eigentlich auch gute Terroristen gibt.

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