Nora Iuga

Gefährliche Launen

Ausgewählte Gedichte
Cover: Gefährliche Launen
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2007
ISBN 9783608937657
Gebunden, 136 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Aus dem Rumänischen von Ernest Wichner und mit einem Nachwort von M. Carterescu. Zum ersten Mal versammelt der Band in deutscher Sprache eine von der Autorin zusammengestellte Auswahl aus ihrem lyrischen Lebenswerk."Ich schreibe, damit ich nicht denke. Schreibe, um nicht zu weinen. Schreibe, damit es nicht weh tut."

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.09.2008

Hannelore Schlaffer attestiert der Lyrik im Allgemeinen, ihren Stoff hauptsächlich aus der Klage über die Härten des Lebens und des Todes zu ziehen, und so nimmt es sie auch nicht Wunder, dass die Gedichte der rumänischen Lyrikerin Nora Iuga um Welt- und Liebesschmerz kreisen. Vor allem letzterer wird bei Iuga als "aggressive Körpererfahrung" thematisiert und hier sieht die Rezensentin die Autorin stark der Moderne verpflichtet, die jegliche Anklänge an die Romantik scheut. Ein Vergleich mit dem Theater von Antonin Artaud drängt sich Schlaffer auf, mitunter scheint sie allerdings die Artikulation von Gefühlen, die über den leidenden Körper hinausgehen, zu vermissen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.07.2007

Sehr berührt zeigt sich Nico Bleutge von den Gedichten der rumänischen Lyrikerin Nora Iuga, die wegen eines angeblich "morbiden Erotismus" unter Ceausescu Publikationsverbot erhalten hatte. Auch wenn Bleutge sie als "surrealistische Bildwandlerin", als "Sphinx unserer Zeit" bezeichnet, betont er doch, dass ihren Gedichten nichts Verschlossenes anhaftet, wenn man sich nur ein wenig in sie hinein lese, spüre man allenthalben die "Lust an der Sprache", geradezu sinnlich erfahrbar seien die Nuancen der Sprache. Als weitere Erkennungsmerkmale dieser Prosa nennt er als Thema die "Verquickung von Liebe und Vergänglichkeit" und die Fähigkeit, "in zwei Himmeln gleichzeitig zu atmen". Lob vergibt er auch an Ernest Wichner, dessen Übertragung der Gedichte nie angestrengt klinge.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.06.2007

Harald Hartung freut sich sichtlich über diesen "unberechenbaren" Gedichtband. Nora Iugas Lyrik sei von Anfang an originell und "risikofreudig". Und der Übersetzer Ernest Wichner habe deutsche Gedichte geschaffen, anstatt nur zu übertragen. Ansonsten aber stellt Hartung Iuga erst einmal vor, beschreibt ihre Schwierigkeiten als Dichterin in der Ceaucescu-Zeit, ihr achtjähriges Publikationsverbot und ihre späten Erfolge. Überraschungen scheinen bei der Lektüre gewiss, abrupte Wendungen gibt es zuhauf, plötzliche Schwankungen sind Standard.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 25.04.2007

Jan Wagner zeigt sich von diesem Auswahlband mit Gedichten der rumänischen Dichterin Nora Iuga hingerissen und er feiert sie als herausragende europäische Lyrikerin in der Tradition des rumänischen Surrealismus. Der Rezensent lässt sich von ihren oft paradoxen Sprachbildern, die bei ihr nicht gegeneinander prallen, sondern sich zu neuen nie gehörten Bedeutungen und Metaphern zusammenschließen, ganz in den Bann ziehen. Besonders die Lockerheit und Originalität, mit der die Lyrikerin auch Körperlich-Sinnliches in überraschenden Motiven festzuhalten versteht, faszinieren Wagner, und er weist erfreut darauf hin, dass nicht selten auch urkomische Einfälle in Iugas Gedichten auftauchen.

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