Als deutscher Gesandter in Bern vertrat Ernst Freiherr von Weizsäcker zwischen 1933 und 1936 die Interessen der nationalsozialistischen Regierung Deutschlands gegenüber der Schweiz. Auch als Ministerialdirektor und später als Staatssekretär im Auswärtigen Amt in Berlin (1937-1943) war der deutsche Diplomat am politischen Geschehen in der Schweiz interessiert. Im Spannungsfeld zweier Nachbarstaaten, deren politische Systeme kaum unterschiedlicher sein konnten, erwies sich Weizsäckers Bestreben, mit der Schweiz gute diplomatische Beziehungen zu unterhalten, als ein schwieriges Unterfangen. Wie verhielt sich der deutsche Diplomat der Schweiz gegenüber? Zeigte er sich als getreuer "Vollzugsbeamter" oder gelang es ihm, sich Handlungsspielraum zu verschaffen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2007
Nicht recht zufrieden zeigt sich der spürbar erschöpfte Rainer Blasius angesichts des umfangreichen Bandes, in dem der Zürcher Historiker Stephan Schwarz einmal mehr den deutschen Gesandten für die Schweiz, Ernst Freiherr von Weizsäcker, in der Zeit von 1933 bis Kriegsende ins Visier nimmt. Auf mehr als 700 Seiten gelingt es dem Autor nicht, wirklich Neues zutage zu fördern und so wirkt auch die Präsentation der vielen ausführlichen Zitate aus überwiegend bekannten Quellen vor allem ermüdend, beschwert sich der Rezensent. Immerhin formuliere Schwarz als Fazit seiner biografisch ausgerichteten Studie, dass die Rolle als "Retter der Schweiz" vor einem nationalsozialistischen Übergriff, die sich der Diplomat selbst in seinen Memoiren zugeschrieben hatte, eine angemaßte war, erklärt sich der Rezensent offensichtlich einverstanden.
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