Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
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Klappentext
Aus dem Englischen von Marcus Ingendaa, Susanne Hornfeck und Sonja Hauser. Eins nach dem anderen. Bleiben Sie ruhig. Wenn Sie das hier lesen, bin ich nicht mehr da. Nehmen Sie den Hörer und drücken Sie die Eins. Dr. Randle wird sich melden, Sie müssen sofort zu ihr fahren. Sofort. Mit Bedauern und voller Hoffnung, gezeichnet der Erste Eric Sanderson. Als Eric Sanderson diesen Brief liest, erfaßt ihn panische Angst, Angst, die mit der Erkenntnis einhergeht, dass etwas sehr sehr Schlimmes passiert ist, dass er einen gravierenden Fehler gemacht hat. Eric zwingt sich also, ruhig zu bleiben, eins nach dem anderen: Wer ist er, und wo befindet er sich? Nur eins ist sicher: er wird von einer unsichtbaren Macht verfolgt, die sein Leben bedroht. Aber vielleicht geschieht das alles ja nur in seinen Gedanken? Nach einer irrwitzigen, beinah tödlichen Begegnung entschließt Eric sich, den Ersten Eric Sanderson zu suchen.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.07.2007
Als "fulminantes literarisches Debüt" feiert Rainer Moritz diesen Roman Steven Halls. Das Buch hat ihn in Erstaunen versetzt, vor allem weil er sich von Anfang an unter erzählerisches Dauerfeuer genommen sieht. Er versucht sich an der Nacherzählung der Geschichte um Eric Sanderson, dessen Psyche aus dem Lot geraten ist, bis er einsieht, dass sich Halls Roman nicht zusammenfassen lässt. Zu verwickelt scheint ihm das Buch, das für ihn eher einem "narrativen Experiment" gleicht als einem konventionellem Roman. Dass das Werk mit herkömmlichen Realismuskonzepten nichts am Hut hat, wird für ihn schnell klar. Er sieht die Intention des Autors vielmehr darin, Begriffe, Ideen und Gedanken zu materialisieren und als greifbare Gestalten und Mächte auftreten zu lassen. Eine Schlüsselrolle weist er hier Sandersons Widersacher, einem grauen Schwammkopf-Geisterhai, einem "Konzeptfisch" zu, der die Identität des Protagonisten bedroht. Lobend äußert er sich über das erzählerische Können des Autors und seine Kunst, zahllose Bezüge zur Film- und Literaturgeschichte herzustellen. Allerdings scheint ihm Hall gerade in letzterer Hinsicht ein wenig zu dick aufzutragen. An der Faszination, die von Halls "tollkühnem" Roman auf Moritz ausgeht, ändert das freilich nichts.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.2007
Mächtig Eindruck hat Steven Halls Debütroman "Gedankenhaie" auf Oliver Jungen gemacht. "Großes Kopfkino" findet er hier vor. Von "Vollgas-Poetik" angetrieben, glaubt er dem Autor. Außerdem findet er in Halls Thriller um Eric Sanderson, der mit mehrfachem Gedächtnisverlust geschlagen das Verschwinden seiner Freundin aufklären will, zahlreiche Anspielungen auf Filme wie "Moby Dick", "Matrix", "Fight Club", "Sixth Sense", "Zurück in die Zukunft" oder "Indiana Jones" sowie auf etliche Samuraifilme und Klon-Thriller. Überhaupt wimmelt die verwickelte Geschichte nur so von Bezügen und Andeutungen, die in ihrer Häufung auf Jungen bisweilen ein wenig "manieriert" wirken. Nichtsdestoweniger rühmt er Halls Erzähltalent, das Humor und Tragik, Theorie und Action unterhaltsam zusammenbringt. Insgesamt wirkt der Roman auf ihn ein "Quentchen zu kalkuliert". Auch scheinen ihm die Paul-Auster- oder Haruki-Murakami-Referenzen "etwas zu deutlich" herausgestellt. Was der Roman für ihn durch "ungestüme Energie und Kreativität" allerdings wieder wettmacht.
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