Bücherschau der Woche
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Oliver Trevisiol
Die Einbürgerungspraxis im Deutschen Reich 1871-1945
Klappentext
Das Deutsche Reich war seit den 1890er Jahren ein Einwanderungsland. Dabei lagen die Einbürgerungsraten im Kaiserreich und der Weimarer Republik wesentlich höher als in der Bundesrepublik. Die vorliegende Studie untersucht die Einbürgerungspraxis in Deutschland zwischen der Reichsgründung 1871 und dem Zweiten Weltkrieg. Aus sozialgeschichtlicher Perspektive wird gefragt, wer wann zu welchen Bedingungen eingebürgert wurde und wie die Behörden ihren Ermessensspielraum nutzten. Außerdem wird der Umgang mit der Frage der doppelten Staatsangehörigkeit thematisiert. Die Studie verdeutlicht, dass es bei der Entscheidung über eine Einbürgerung im Verlauf der Zeit immer weniger um die persönliche Situation des Antragstellers ging. In den Vordergrund rückte stattdessen der Grad der Erwünschtheit eines Kollektivs und damit der Nachweis, ob der Einzubürgernde als "deutschstämmig", "fremdstämmig" oder "kulturfremd" anzusehen sei.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.03.2007
Durchaus instruktiv findet Rezensent Christian Hillgruber diese historische Analyse der Einbürgerungspraxis im Deutschen Reich 1871-1945, die Oliver Trevisiol vorgelegt hat. Im Mittelpunkt der Arbeit sieht er die Handhabung des Ermessensspielraums der Einbürgerungsbehörden in Preußen, Baden und Bayern. Deutlich wird für ihn, dass Kriterien wie Geschäftsfähigkeit, Unbescholtenheit, Unterkommen und Unterhaltsfähigkeit der Bewerber im wesentlichen konstant blieben. Insgesamt hat die Untersuchung auf ihn allerdings einen ambivalenten Eindruck hinterlassen. Einerseits bescheinigt er dem Autor, mit differenzierten Erkenntnissen zu punkten. Anderseits hält er ihm vor, "in politischer Absicht" "pauschale" Thesen aufzustellen, die Hillgruber so nicht stehen lassen kann. Mit Trevisiols Bewertung des Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz von 1913 als pränationalsozialistisch etwa ist er keineswegs einverstanden. Ganz und gar "indiskutabel" hält er schließlich die Äußerungen des Autors zu Staatsangehörigkeitsrecht und Einbürgerungspraxis der frühen Bundesrepublik.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








