Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Oliver Trevisiol

Die Einbürgerungspraxis im Deutschen Reich 1871-1945

Cover: Die Einbürgerungspraxis im Deutschen Reich 1871-1945

Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2006
ISBN-10 3899713036
ISBN-13 9783899713039
Gebunden, 237 Seiten, 38,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Das Deutsche Reich war seit den 1890er Jahren ein Einwanderungsland. Dabei lagen die Einbürgerungsraten im Kaiserreich und der Weimarer Republik wesentlich höher als in der Bundesrepublik. Die vorliegende Studie untersucht die Einbürgerungspraxis in Deutschland zwischen der Reichsgründung 1871 und dem Zweiten Weltkrieg. Aus sozialgeschichtlicher Perspektive wird gefragt, wer wann zu welchen Bedingungen eingebürgert wurde und wie die Behörden ihren Ermessensspielraum nutzten. Außerdem wird der Umgang mit der Frage der doppelten Staatsangehörigkeit thematisiert. Die Studie verdeutlicht, dass es bei der Entscheidung über eine Einbürgerung im Verlauf der Zeit immer weniger um die persönliche Situation des Antragstellers ging. In den Vordergrund rückte stattdessen der Grad der Erwünschtheit eines Kollektivs und damit der Nachweis, ob der Einzubürgernde als "deutschstämmig", "fremdstämmig" oder "kulturfremd" anzusehen sei.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.03.2007

Durchaus instruktiv findet Rezensent Christian Hillgruber diese historische Analyse der Einbürgerungspraxis im Deutschen Reich 1871-1945, die Oliver Trevisiol vorgelegt hat. Im Mittelpunkt der Arbeit sieht er die Handhabung des Ermessensspielraums der Einbürgerungsbehörden in Preußen, Baden und Bayern. Deutlich wird für ihn, dass Kriterien wie Geschäftsfähigkeit, Unbescholtenheit, Unterkommen und Unterhaltsfähigkeit der Bewerber im wesentlichen konstant blieben. Insgesamt hat die Untersuchung auf ihn allerdings einen ambivalenten Eindruck hinterlassen. Einerseits bescheinigt er dem Autor, mit differenzierten Erkenntnissen zu punkten. Anderseits hält er ihm vor, "in politischer Absicht" "pauschale" Thesen aufzustellen, die Hillgruber so nicht stehen lassen kann. Mit Trevisiols Bewertung des Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz von 1913 als pränationalsozialistisch etwa ist er keineswegs einverstanden. Ganz und gar "indiskutabel" hält er schließlich die Äußerungen des Autors zu Staatsangehörigkeitsrecht und Einbürgerungspraxis der frühen Bundesrepublik.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren