Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Siri Hustvedt

Being a Man

Essays

Cover: Being a Man

Rowohlt Verlag, Reinbek 2006
ISBN-10 3499243911
ISBN-13 9783499243912
Gebunden, 191 Seiten, 12,00 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

"Being a Man" spiegelt die oft überraschenden und immer treffenden Ansichten Siri Hustvedts zu Literatur, Kunst und Kultur wider. Immer leidenschaftlich, immer klar, immer ehrlich entlarvt sie kulturelle Stereotypen und lässt uns einen neuen Blick auf kulturelle und gesellschaftliche Phänomene werfen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2007

Allerlei hat der Rezensent Reinhard Helling an diesem Band mit essayistischen Texten der als Romanautorin bekannt gewordenen Siri Hustvedt auszusetzen. Schon die Rubrizierung als "Essay" findet er eher dubios, zu heterogen sei diese Sammlung, zu weit das Spektrum von journalistischen Auftragsarbeiten zu Resteverwertung aus Hustvedts literaturwissenschaftlicher Doktorarbeit über Charles Dickens. Gegen die akademische Stillage ist Helling offenkundig allergisch, er zieht jedenfalls die "sehr schlichten und intimen" Passagen und Texte vor. Davon wird er aber alles in allem nicht satt. Bleibt ihm vor allem, sich auf Hustvedts neuen Roman mit dem Titel "The Sorrows of an American" zu freuen, an dem die Autorin gerade sitzt.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.02.2007

Das sind wirkliche literarische Essays, nicht Brosamen vom Tisch der Erfolgsautorin, berichtet ein angeregter Christoph Bartmann. Die großen Aufsätze über Henry James und über Charles Dickens scheinen seinem Bericht nach noch aus der universitären Zeit der Autorin zu stammen. Sie reflektieren aber zugleich auch das eigene Schreiben. Besonders bei Dickens begegnen dem Rezensenten Motive, die auch für Hustvedts Schreiben von Bedeutung sind: etwa das der körperlichen Verstümmelung oder der seelischen Verdoppelung. Ein weiterer bedeutsamer Essay ist für Bartmann "Being a Man", der eine Erfahrung des Traums und des Schreibens ineinander webt: Hier wie dort ist es für Hustvedt möglich, das Geschlecht zu wechseln, sei es, dass sie sich selbst als Mann träumt, sei es, dass sie in ihren Fiktionen männliche Figuren erschafft. Beruhigend auch für den Rezensenten, dass hier trotz psychoanalytischer Kenntnisse nicht Jargon geredet wird. Im Gegenteil scheint Hustvedt in ihren Essays gerade die Überlegenheit der künstlerischen Form über die theoretische Reflexion behaupten zu wollen.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 01.02.2007

Mit beträchtlicher Faszination hat Rezensentin Ursula März diese Essays der amerikanischen Schriftstellerin gelesen. Sie beeindrucken März besonders durch ihre "melancholische Beiläufigkeit" und eine ganz eigene "Balance der Beobachtung", die normale Hierarchien souverän ignorieren und so gelegentlich zu erstaunlichen Ergebnissen kommen würde. Sei es in der Beschreibung einer Begegnung mit Gerard Depardieu in einem Pariser Hotel, in der Siri Hustvedt "wundervoll" die "Hierarchie transatlantischer Kulturprominenz persifliert", des 11. September oder ihrer norwegisch-amerikanischen Herkunft. Immer böten Hustvedts hochgradig persönlichen Texte Platz für politische Statements, subtilste Beobachtungen und funkelnde Theoriespritzer. Aber auch ihr ganz eigener Ton gehört für die Rezensentin zu den auffallenden Qualitätsmerkmalen der brillanten und sensitiven Texte dieser "aufgeklärten, engagierten und politisch hellwachen" Autorin.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren