Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Marie-Jose Mondzain

Können Bilder töten?

Cover: Können Bilder töten?

Diaphanes Verlag, Zürich - Berlin 2006
ISBN-10 3935300786
ISBN-13 9783935300780
Broschiert, 64 Seiten, 9,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen von Ronald Vouille. Wer wollte heutzutage leugnen, dass Bilder als Machtinstrumente eingesetzt werden. Karikaturenstreit, Folterfotos, Videobotschaften, die Endlosschleifen der Fernsehbilder des 11. September, Ballerspiele... Rund um die Uhr berieselt uns das Fernsehen mit Schreckensbildern und Gewaltdarstellungen in jeder Form, die uns abstumpfen, aber auch - so die populäre Ansicht - für die wachsende Gewalt unserer Gesellschaften mitverantwortlich sind. Marie-Jose Mondzain drängt uns zum Ausgang aus der resignierten Gleichgültigkeit gegenüber den Bildern. Anstatt jedoch die Gewalt des Bildes selbst anzuprangern und zu einem Verbot bestimmter Bilder aufzufordern, fragt sie nach der Geschichtlichkeit von Bildern der Gewalt und danach, ob es denn wirklich das Bild selbst ist, das Gewaltexzesse provoziert. Wie sie zeigt, ist es gerade das Bild, welches das Christentum in den zwanzig Jahrhunderten seines Bestehens begründet und bis ins letzte durchdekliniert hat: "Die Passion Christi, und das ist zugleich die Passion des Bildes, hat sich im Bild der Passion abgespielt." Ein Plädoyer gegen unhinterfragte Sehverbote und ein Anstoß zum bewussten Umgang mit den Bildern.

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Können Bilder töten? - Leseprobe bei Diaphanes

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.01.2007

Sehr begrüßenswert findet Rezensent Peter Geimer den Ansatz der Autorin. Mit der längst zum Klischee neuerer Medientheorie gewordenen pauschalen Bildkritik will sie sehr grundsätzlich aufräumen, erklärt Geimer und stellt ihre Thesen vor: Bilder der Gewalt machen keineswegs von sich aus gewalttätig - so wenig im übrigen, wie Heiligenbilder von sich aus fromm machen. Vielmehr gehe es darum, Bilder überhaupt sehen zu lernen, als das, was sie sind. Und dafür müsse man sie als "Bildschirm" im doppelten Sinne begreifen: Als Schirm, der Bilder gibt, aber auch als etwas, das abschirmt. Mondzain spreche, im Rückgriff auf christliche Bildtheorien, von der "Inkarnation" des Gegenstands durchs Bild. Dies alles scheint dem Rezensenten, wie gesagt, gar nicht verkehrt. Er bedauert nur, dass viele interessante und anregende Gedanken auf dem knappen Raum des Essays nicht zu Ende gebracht werden.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren