Übersetzt aus dem Slowenischen von K. D. Olof. Der dritte Teil der Trilogie umfasst die selten thematisierten ersten Jahre des sozialistischen Jugoslawien bis zum Bruch zwischen Tito und Stalin im Jahr 1948. Am Anfang steht der Einzug der Partisanenarmee in das von den deutschen Truppen verlassene Ljubljana. In dichten, sich ständig wandelnden Szenen beschreibt Kovacic das Gemisch aus Freude, Duckmäusertum und Aggressivität, das sich zu einem rauschhaften Volksfest steigert. Und mitten durch das Gedränge, getrieben von der Angst, als "Deutsche" erkannt zu werden, irrt diese Rumpffamilie, für die der Erzähler, kaum siebzehnjährig, die Verantwortung trägt: Mutter und Schwester, die nicht Slowenisch können, dazu die gehbehinderte Nichte im Leiterwagen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 17.01.2007
Mit dem dritten Band der Familiengeschichte "Die Zugereisten" liegt nun der Abschluss einer fesselnden Trilogie vor, die die Geschicke einer Kürschner-Familie mit slowenischen, saarländischen und lothringischen Wurzeln von den 1930er Jahren bis weit ins 20. Jahrhundert schildert, freut sich Rolf Wörsdörfer. Im letzten Band wird aus der Perspektive des jüngsten Sprosses der Familie, hinter dem der Rezensent ein alter ego des Autors Lojze Kovacic zu erkennen meint, über die Ausweisung der Familie aus Slowenien und sein ganz auf sich gestelltes Leben in Jugoslawien erzählt. Der Rezensent genießt die Erzählfreude und den Bilderreichtum des Familienepos und preist die stilistische Brillanz dieses Buches. Selbst die in den Roman eingeschalteten Auslassungen zur Bürokratensprache in Jugoslawien oder die Darstellungen über Marxismus aus Sicht von jungen Kommunisten stört den Fluss der Geschichte nicht, lobt Wörsdörfer, der sich schon auf weitere , bisher noch nicht übersetzte Romane aus dem Nachlass Kovacics freut.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.12.2006
Mit "Die Zugereisten" beschließt der slowenische Schriftsteller Lojze Kovacic seine autobiografische Trilogie auf beeindruckende Weise, befindet ein absolut begeisterter Rezensent Andreas Breitenstein. Der vorliegende, dritte Band der Familiengeschichte setzt ein mit dem Abzug der deutschen Truppen aus Slowenien, verfolgt die Begründung des jugoslawischen Staates und dessen totalitäre Entwicklung. Kovacics Schwerpunkt, so der Rezensent, verlagert sich von der in den vorangegangenen Bänden vorherrschenden "Dramatik" der Ereignisse hin zur Reflektion, die vom "Anspruch auf Zeugenschaft" getragen wird. Kovacics packende Schilderung seiner selbst als seiner Umgebung unangepassten und daher ständig "zwischen Ich und Wir hin- und hergerissenen" Knaben liefert einen überzeugenden Beleg dafür, dass "Menschenleben der Mode unterworfen" sind, so das Fazit des rundum zufriedenen Rezensenten.
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