Aus dem Französischen übersetzt von Erika und Karl A. Klewer. Meister Yang, ein berühmter Weiser aus dem alten China, nimmt einen kleinen Jungen bei sich auf. Als dieser eines Nachts entdeckt, dass Meister Yang das Adler-Boxen beherrscht, macht er es ihm nach. Darüber ist der Meister anfangs gar nicht erfreut, doch mit der Zeit beginnt er, den Jungen, dem er den Namen 'Junger Adler' gibt, in seine Geheimnisse einzuweihen. Jahrelang übt Junger Adler - so lange, bis er so vollkommen wird wie sein Meister und er dessen Erbe antreten kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.11.2006
Voller Bewunderung schreibt Andreas Platthaus über Chen Jianghongs Bilderbuch. Dass ihm der Band als eine "Schule des Sehens" erscheinen kann, verdankt sich der Kombination klassischer chinesischer Malkunst und ihrer Materialien mit westlichen Wahrnehmungsgewohnheiten. Platthaus erklärt die Anziehung der Bilder mit ihrer Dynamik und Dramatik, die ihn das Geschilderte förmlich spüren lässt. Und dann ist da noch die lustvolle Einweisung in eine sich um Maßstabstreue und Zentralperspektive wenig scherende, gleichwohl einer traditionellen Bildsprache verpflichtete Sichtweise. Platthaus ist begeistert. Die Schlichtheit der Handlung (einer Kung-Fu-Rache-Story) lässt ihn dagegen kalt. Wen kümmerte die schon, wenn das alte China so einleuchtend Gestalt annimmt.
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