Martin Kämpchen lebt seit 25 Jahren in der nördlich von Kalkutta gelegenen Kleinstadt Santiniketan. Unter den Menschen aus den Armenvierteln und aus den umliegenden Dörfern hat er Freunde gefunden, er erlebt ihre Nöte und ihr Streben nach Glück. Nun erzählt er ihre Geschichten: Vom ehrgeizigen Sona, der ein Dorf zum Blühen bringen will, oder vom Künstler Sanyasi, der kein Mädchen zum Heiraten findet; vom Fahrradflicker Bishu und seinem Sohn Satya Narayan, der sich in eine Brahmanentochter verliebt, oder vom Sänger Rathin, der zwischen Familie und Karriere schwankt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.09.2006
Martin Kämpchens Anliegen seien menschlich zu gut gemeint, um auch literarisch gut zu werden, meint Rezensent Anton Thuswaldner. Einerseits europäischer Beobachter, andererseits eine wichtige Vertrauensperson im Dorf Ghosaldanga stehe der Autor gewissermaßen zwischen Tür und Angel. So bewundere er unaufhörlich die großartige "indische Verträumtheit" und das traditions- und naturbewusste Leben, kritisiere an anderer Stelle aber die resultierenden sozialen Probleme für den Einzelnen. Literarisch, so der Rezensent, versäume es der Autor, die einzelnen Geschichten auch gestalterisch zu einem Ganzen zusammenzuführen und beispielsweise aus einer Figur wie Sona, der Vernunft und Veränderungen durchsetzen will, literarisch mehr zu machen. Auch stilistisch wirke der Text ein wenig "ungelenk".
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