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Helmut Dubiel
Tief im Hirn
Klappentext
Helmut Dubiel ist Hochschullehrer. Seit dreizehn Jahren leidet er an Parkinson. In seinem Kopf sitzt eine Sonde, die er mit einer Fernbedienung steuert. Er kann wählen zwischen eher sprechen oder eher gehen. Er benutzt die Fernbedienung kaum. Das Leben ist anders. Schonungslos und ohne Anflug von Selbstmitleid nimmt Helmut Dubiel die Krankheit nicht nur zum Anlass einer philosophischen Reflexion über das Leben. Ebenso scharfsinnig denkt er über die Janusköpfigkeit moderner medizinischer Technologie nach, die er am eigenen Leib erlebt hat. "Tief im Hirn" beschreibt einen Kampf. Den Kampf zwischen der Neigung, sich selbst aufzugeben und den Rest des Lebens nur noch "sub specie mortis" zu sehen, und der Kraft, sich trotz der Krankheit immer wieder neu zu erfinden.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 04.10.2006
"Schrecklich und zugleich faszinierend" findet Rezensent Martin Lütke diesen Bericht des Soziologen Helmut Dubiel über seine Parkinsonerkrankung. "Und vor allem brillant geschrieben!" fügt er hinzu. Die "radikale Klarheit" dieses Selbstbekenntnisses hat den Rezensenten jedenfalls bis zur letzten Seite fesseln können. Dubiel beschreibe zunächst den langen und schmerzhaften Weg, bis er die Krankheit akzeptieren konnte, sowie Absurditäten und schonungslose persönliche und medizinische Details aus seinem Alltag als Parkinsonpatient. Er lasse an seiner Verzweiflung ebenso teilhaben wie an seinem Mut, den Dingen ins Auge zu sehen. Manchmal zwingt manche bizarre Konsequenz dieser Krankengeschichte den Rezensenten, "lauthals zu lachen". Oft möchte er "es" lieber nicht so genau wissen. Immer wieder beeindruckt Helmut Dubiel den Rezensenten damit, dass er weder sich noch anderen etwas vormacht. Mit großer Befriedigung vermeldet der Rezensent außerdem, dass es Dubiel mit diesem kleinen, großen Buch sogar auf die Bestsellerliste des Spiegels geschafft hat.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.09.2006
Beeindruckt zeigt sich Elisabeth Wehrmann von diesem Buch des Hochschullehrers Helmut Dubiel, der seit dreizehn Jahren unter der Parkinson-Erkrankung leidet. Sein Bericht über die Entstehung der unheimlichen, unheilbaren Krankheit, die seelischen Folgen sowie die Veränderungen in seinem sozialen Umfeld fällt ihres Erachtens überaus sachlich aus. Dennoch wird der mit der Krankheit verbundene Schrecken wird für sie intensiv fühlbar. Wie ein "unterdrückter Schrei" klinge der "real erlebte Horror" aus Dubiels Schilderungen von Szenen in Operationssälen und Reha-Heimen nach. Dabei unterstreicht Wehrmann, dass Dubiel keine Krankengeschichte "zum Mitweinen" verfasst hat. Eher liest sie das Buch als Versuch einer Selbsterkundung und als nachdenklichen Essay über die Frage nach dem Heilsversprechen des medizinischen Fortschritts und der Humanität einer Gesellschaft, die sich weigert, das Leiden anzunehmen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.08.2006
Bemerkenswert scheint Eberhard Rathgeb dieses Buch, in dem der Soziologieprofessor Helmut Dubiel über seine Parkinson-Erkrankung berichtet. Er charakterisiert den Autor als einen von der kritischen Theorie geprägten Intellektuellen, geht auf seine wissenschaftliche Karriere ein und schildert den Moment der Parkinson-Diagnose sowie Dubiels Entscheidung, sich einen Hirnschrittmacher einsetzten zu lassen. Dabei bescheinigt er Dubiel eine durch "leidvolle Erfahrungen" gewonnene "kühle Gelassenheit". Rathgeb versteht das Buch aber nicht nur als Krankheitsgeschichte eines in den siebziger Jahren sozialisierten, erfolgreichen Wissenschaftlers, sondern auch als Lebensreflexion und Zeitanalyse. So biete das Buch seines Erachtens auch Gelegenheit, eine "theorieaufgeladene Generation beim Nachdenken über den Körper" zu beobachten.
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