Stellen Sie sich vor, bei der Fortpflanzung ginge es nur um Kosten und Zahlen: Die sexuelle Fortpflanzung, bei der nur jeweils die Hälfte der Gene auf die nächste Generation übergeht, wäre von der Bildfläche verschwunden. Oder gar nicht erst aufgetaucht. Schlichte Zellteilung würde die Welt beherrschen. Aber wie sähe diese dann aus? Sexuelle Fortpflanzung hat überdies den Nachteil, daß sie"aufwendig"ist, weil immer zwei sich finden müssen. Welche Vorteile birgt sie also, evolutionär gesehen? Und wieso sind Eier teuer und Spermien billig? Christian Göldenboog gibt einen Überblick über die wichtigen evolutionsbiologischen Fragen und diskutiert in Gesprächen mit so bekannten Wissenschaftlern wie Luigi Luca Cavalli-Sforza, Kim Nasmyth und dem kürzlich verstorbenen Evolutionsgenetiker John Maynard Smith die neuesten Erkenntnisse zum Thema Sexualität.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.01.2007
Manuela Lenzen scheint befriedigt. Was sie schon immer über Sex wissen wollte - der Band des Journalisten Christian Göldenboog gibt Auskunft. Zur Information kommt das Amüsement, so dass die Gespräche, die der Autor mit Evolutionsforschern geführt hat, Lenzen nie langweilig werden. Thematisch scheint das ohnehin gewährleistet, denn, so erkennt die Rezensentin: "Sex ist Vielfalt." Überrascht stößt Lenzen im Text auf "einfache Lösungen" in Sachen Zellteilung (die sie uns leider vorenthält) und kann alte Vorstellungen, so zum Lamarckismus, durch neue Erkenntnisse ersetzen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.07.2006
Durchaus instruktiv findet Diemut Klärner dieses Buch über die "Evolution der zwei Geschlechter", das Christian Göldenboog vorgelegt hat. Sie berichtet über zahlreiche Beispiele von unaufwendiger, eingeschlechtlicher und ungeschlechtlicher Fortpflanzung im Tier- und Pflanzenreich, auf die der Autor aufmerksam macht. Daran anknüpfend untersuche Göldenboog, warum Pflanzen, Tiere und Menschen trotzdem meist in zwei Geschlechtern auftreten, und erörtere Aufwand und Nutzen der Sexualität. Klärner lobt das "facettenreiche Bild" der Zweigeschlechtlichkeit, das Göldenboog zeichnet. Sie bescheinigt dem Wissenschaftsjournalisten zudem, sich in der Materie gut auszukennen. Bisweilen stört sie an der Darstellung allerdings der Fachjargon sowie die Unzahl von Details. Außerdem bedauert sie den Verzicht auf Illustrationen.
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