Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Paul Bourget

Ein Frauenherz

Roman

Cover: Ein Frauenherz

Manesse Verlag, München und Zürich 2006
ISBN-10 3717520822
ISBN-13 9783717520825
Gebunden, 506 Seiten, 22,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Französischen von Caroline Vollmann. Mit einem Nachwort von Hermann Lindner. Die junge, attraktive Witwe Juliette de Tillieres gehört den vornehmsten Pariser Kreisen an. Wie viele ihrer Bekannten unterhält sie eine heimliche Affäre, während sie zugleich großes öffentliches Ansehen genießt. Als ihr bei einer Abendgesellschaft Raymond Casal vorgestellt wird, verläuft die Begegnung für beide schicksalhaft: Juliette fühlt sich zu dem Lebemann hingezogen, dem der Ruf eines Frauenhelden vorauseilt. Casal ist gleichfalls tief beeindruckt, macht ihr bereits am folgenden Tag seine Aufwartung und stellt in Aussicht, sein Leben ihr zuliebe grundlegend zu ändern. Noch bevor er den Beweis antreten kann, kehrt Juliettes Liebhaber von einer Reise zurück, was sie in tiefe Gewissenskonflikte stürzt. Statt sich zu einem der beiden Männer zu bekennen, zögert sie und beschwört damit eine Katastrophe herauf.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.08.2006

Mit leichtem Schmunzeln über Nervenschocks und andere Details aus dem Innenleben der Dame um 1900 hat Rezensent Burkhard Müller diese Neuauflage von Paul Bourgets Roman zur Kenntnis genommen. Er hat ihn, das spürt man in jeder Zeile seiner Besprechung, recht gern gelesen und lobt "Anmut und Takt", mit der dieser Autor den Frauen "unter die Röcke" guckt. Trotzdem möchte er die Geschichte der Gräfin Juliette und ihrer gefühligen Verwirrungen nicht unter dem Label "Weltliteratur" segeln lassen, das ihm der edierende Manesse-Verlag verpasst hat, da dies eher den Blick auf die Schwächen des Buches lenken würde. Aus Müllers Sicht gehört der Roman eindeutig in die Kategorie "Damenliteratur", wodurch man sich dann entspannt auf die Stärken des Buchs und seines Autors konzentrieren könne, dessen Qualitäten als Frauenversteher immerhin schon der Frauenanalphabet Nietzsche zu schätzen gewusst habe.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2006

Sehr genossen hat es Peter Demetz, von Paul Bourget in eine völlig andere Welt entführt worden zu sein, sprich: in die glamouröse Pariser Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts, die Fontanes Berliner Damen, so der Rezensent, wie "Landpomeranzen" aussehen lässt. Auch in Bourgets Romanwerk nimmt "Ein Frauenherz" insofern einen besonderen Platz ein, als Bourget, indem er mit der Wahl seines Sujets dem wachsenden Überdruss der gebildeten Leserschaft an den von Naturalismus und Positivismus besungenen glanzlosen Existenzen und deren vererbter Trunksucht Rechnung trägt, sich auch gegen seine eigene Vergangenheit als Autor wendet. Auf amüsante Weise unzeitgemäß (schließlich wurden zu dieser Zeit gerade Charcots Vorlesungen bejubelt) findet der Rezensent Bourgets Vorhaben, die "dunklen Falten des Bewusstseins" seiner Figuren zu respektieren. Seine starke und verwirrte Heldin Juliette, eine verwitwete und zwischen zwei Männern hin- und hergerissene Gräfin, macht es Bourget nicht gerade leicht, sich an diese Vorgabe zu halten, doch insgesamt, so das Fazit des Rezensenten, gelingt ihm ein "geistreiches Kabinettstück", das eklektisch und gewandt mit der Tradition des französischen Gesellschaftsromans spielt.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren