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Klappentext
Aus dem Französischen übersetzt und mit einem Nachwort von Gerd Bergfleth. Nach dem 1. Band, "Die innere Erfahrung", und dem 2. Band, "Die Freundschaft" setzt sich Georges Bataille in "Nietzsche und der Wille zur Macht", dem 3. Band seiner "Atheologischen Summe", mit dem Denken Nietzsches auseinander. Im Unterschied zur wissenschaftlichen Leseart Nietzsches, kühl und distanziert, wagt es Bataille, Nietzsche aufzunehmen und Konsequenzen aus ihm zu ziehen: "Nietzsche schrieb mit seinem Blut: wer ihn kritisiert, oder besser, ihn erprobt, kann es nur, indem er auch seinerseits blutet." So schafft Bataille einen neuen Raum für das Nachdenken nicht existentialistisch, sondern existentiell. Von Nietzsche ausgehend geht er über ihn hinaus und fesselt den Leser mit Fragen, die Wunden aufreißen. Im Zentrum steht die Frage nach der Möglichkeit von Spiritualität jenseits aller Religionen. Bataille bleibt Metaphysiker, verweist aber auf eine umgekehrte Transzendenz, eine Transzendenz, die nicht ins Jenseits, sondern mitten ins Irdische hineinführt. Literarisch bricht Bataille in diesem erstmals 1945 erschienenen Buch die klassische Form, um, Foucault zufolge, "auszudrücken, was vor ihm noch niemandem auszudrücken gelungen ist".
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.05.2006
Für Rezensent Stefan Zweifel nimmt diese Bataille-Edition im Gesamtwerk des Philosophen eine "irritierende Zwischenstellung" ein. Diese Irritation verursacht wohl vor allem der Charakter der Texte selbst. Den Informationen Zweifels zufolge handelt es sich nämlich um von kurzen "Nietzsche-Zitaten" und Erfahrungen Batailles im Zweiten Weltkrieg ausgehende, kurze Kapitel, die sich für ihn aber nicht von selbst zu einem geschlossenen Buch ergänzen, sondern vom Rezensenten eher als "offene Spielanleitung" aufgefasst werden. So fügt sich für ihn dieser, 1945 zuerst erschienene, dritte Band der "Atheologischen Summe" auch nicht automatisch in die Vorgängerbände mit Batailles erotischem Frühwerk ein. Das Ineinanderfließen von Biografischem und Philosophischem in dieser Nietzsche-Auseinandersetzung scheint der Rezensent trotzdem für eine angemessene Diskursform zu halten. Gerd Bergfleths Übersetzung "akzentuiert" aus Sicht des Rezensenten allerdings eher die "gedankliche Härte" als die "klangliche Dimensionen" dieser Texte, was bei einem klangbewussten Autor wie Bataille als deutliche Kritik an der Übersetzung gewertet werden muss.
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