Wolfgang Ullrich

Bilder auf Weltreise

Eine Globalisierungskritik
Cover: Bilder auf Weltreise
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783803151742
Gebunden, 140 Seiten, 19,50 EUR

Klappentext

Wie werden Bilder bei uns verstanden, und wie in der Fremde? Welche Macht üben sie aus und welche Folgen hat das für die Bilder? Mit Bildern verbinden sich Machtphantasien. Dazu gehört auch der Wunsch nach Bildern, die über kulturelle Grenzen hinaus Resonanz finden. Wolfgang Ullrich geht verschiedenen - folgenlosen wie erfolgreichen - Versuchen nach, Bilder auf die Weltreise zu schicken. Er zeigt, wie sich die Visionen von Piet Mondrian und Walt Disney ähneln, untersucht die Bildmotive des Sozialistischen Realismus, der Zeugen Jehovas sowie der aktuellen stock photography und erklärt, was Apoll von Belvedere und das TUI-Logo gemeinsam haben.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.07.2006

Tolles, reiches Buch, urteilt Michael Rutschky über Wolfgang Ullrichs Studie zur Globalisierung in der Kunst. Die lobende Konnotation des Beiworts "reich" aber verliert für Rutschky im Lauf der Lektüre doch etwas an Kraft. Zu heterogen erscheint ihm, was hier an Beispielen und Erklärungen aus 500 Jahren Weltkunst zusammenkommt: Kruzifix und Mickey Mouse und die Ikonografie des "Wachtturms". Wo gibt's das sonst, fragt der Rezensent beeindruckt - und erschlagen zugleich: Worum ging es hier gleich noch? Genau, um einen rote Faden, der diese "Stoffsammlung" zusammenhält, halten sollte. Rutschky kann ihn nicht finden.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.05.2006

Anerkennend äußert sich Rezensent Wilhelm Trapp über diese Auseinandersetzung mit dem globalisierten Kunstbetrieb, den Wolfgang Ullrich vorgelegt hat. Im Mittelpunkt sieht er dabei nicht die Kritik an einer zunehmend uniformen Kunst, die sich als Dekoration und Kapitalanlage missversteht, sondern am marktförmigen globalen Umfeld der Kunst. Ullrichs historisch angelegte Aufarbeitung des Themenkomplexes "Bild und Globalisierung" von der klassischen Ästhetik bis zum Kommerzposter kommt nach Angaben von Trapp zu dem Ergebnis, dass die Kunst lange vor der Wirtschaft dem Globalen gehuldigt und ihm Vielfalt und Eigensinn geopfert hat. Abschließend bescheinigt er Ullrich, diese Globalisierung nicht zu "mythisieren", sondern sie zu analysieren und sie damit zu "entzaubern".

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