Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Tom und Linda sind ein Paar, lange schon. Jetzt warten sie auf Jack, ihren Freund, und es könnten ein paar gute Stunden werden, die da vor ihnen liegen. Aber so einfach sind die Dinge nicht, denn Tom ist krank, sehr krank. Ihm bleibt nicht mehr viel Zeit, und auch darum hat Jack sich aufgemacht, noch ein paar feine Sachen für ein Picknick eingekauft und auch seinen Fotoapparat mitgebracht, denn Jack ist Fotograf. Bilder von Tom und von Linda will er machen, etwas, das bleibt und der Erinnerung ein Gesicht gibt. Tom ist damit einverstanden, aber da ist so vieles, was ihm durch den Kopf geht, und nicht für alles will er Worte finden. Es ist der Schmerz des bevorstehenden Abschieds, der sich mit der Liebe zu seiner Frau vermischt zu einer zerstörerischen Eifersucht, die sich nicht besänftigen lassen will, als sei sie das letzte starke Lebensgefühl.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2006
Die Rückkehr des Erzählers Ludwig Fels macht den Rezensenten sichtlich froh. Den kleinen Roman hält Ernst Osterkamp nicht für Kitsch, obwohl die andauernde Küsserei und das Reden von Liebe ihn daran denken lassen. Doch schließlich lauert hier der Tod und kein Happy End. Die Liebesschwüre erscheinen Osterkamp so mitnichten trivial, sondern als "quälendste aller Sätze". Das Kammerspielartige - drei Personen, von denen eine dem Tod geweiht ist - und vor allem der lakonische Stil, den Osterkamp von Fels so gar nicht gewohnt ist, machen den Text für den Rezensenten durchsichtig auf eine "unerträgliche Spannung" der Gefühle, eine Intensität der Geschichte, die der Autor zu einem "Hymnus auf die Schönheit des Lebens" entfalte.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.08.2006
Meike Fessmanns Reaktionen auf diesen Roman schwanken zwischen tiefer Ergriffenheit und heller Begeisterung. So wie Ludwig Fels, versichert sie, hat noch niemand über das Leben, den Tod, die Existenz geschrieben: Lebenshunger, Klarheit, leise Wehmut und Lakonie - dass alles bringe Fels unter, so dass sich Fessmann nicht vorstellen kann, dass dieser Roman irgendjemanden kalt lässt. Ach ja, die Liebe, die zwanzig Jahre mühelos überdauert hat, gibt es noch dazu. Nach Andeutungen der Rezensentin muss man sich dieses Buch wie einen einzigen "Song" vorstellen - und zwar einen von Johnny Cash.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.08.2006
Bücher wie dieses gibt es heutzutage nicht viele, findet Rezensent Anton Thuswaldner. Denn der Autor Ludwig Fels schreckt auch in seinem jüngsten Roman nicht davor zurück, sich einem Thema anzunehmen, das in der Gesellschaft ein Tabu darstellt. "Reise zum Mittelpunkt des Herzens" handelt von einem kranken Mann, der dem Tod bereits ins Auge blickt und in seinen letzten Wochen liebevoll von seiner Frau und einem Freund begleitet wird. Fels folge dabei einem Moralkodex, der sich an traditionellen Werten orientiert, und werde damit zu einem "konservativen Revolutionär", der "dem konkurrenzlos gewordenen Kapitalismus blinde Gefolgschaft nicht leisten will". Die Romantik von der aufopfernden Liebe, die den Protagonisten zum Tod flankiert, entspreche der Meinung des Rezensenten nach zwar nicht der Realität. Dennoch lobt er die augenscheinliche Intention des Autors, dem Werteverfall entgegenzuwirken.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.06.2006
Die Rezensentin Silvia Hess ist zufrieden damit, wie der Autor Ludwig Fels mit dem potentiell überfrachteten Thema Tod umgeht. Fels geht mit den Gefahren, die bei diesem Thema immer mit von der Partie sind, dem Überschwang, dem Pathos und dem Kitsch gekonnt um, bezeugt die Rezensentin, indem er sich inhaltlich enge Grenzen setzt und auch die Sprache knapp hält. Mit dieser Strategie der Verknappung werde der Autor dem schwierig darzustellenden Vorgang des Sterbens gerecht. Die Geschichte, in der drei Freunde, einer davon todkrank, zusammen auf eine letzte Reise gehen, kommt nach Meinung des Rezensenten zwar nicht ohne eine gute Portion an "Todessymbolik" aus, doch werde das Thema dafür auf eine sehr feinfühlige Art und Weise aufbereitet.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.05.2006
Rezensent Paul Jandl feiert das Buch als eine Art kleines Wunder, wobei das Wunder in der kleinen Form stecke. Auf nur 160 Seiten entfalte Ludwig Fels eine erstaunlich weit reichende Liebesgeschichte, was der Rezensent schon für sich genommen als "Sensation" vermerkt, sei der Autor doch nicht gerade für seine knappe Prosa bekannt. Nun aber erzähle er in kurz gehaltenen Dialogen die letzten Tage, die Linda und der todkranke Tom gemeinsam mit dem Freund Jack verbringen. Als "Psychogramm" bezeichnet der Rezensent das, was sich zwischen den drei Protagonisten an trostlosen Scherzereien, tiefen Gefühlen und sarkastischen Verletzungen abspielt. "Pathetisch" wie nur eh und je bei Ludwig Fels, resümiert der Rezensent, aber auf wunderbar realistische und "lakonische" Weise.
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