Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Anette Grube und Hans Wolf. Ob Angestellter in einem kleinen Büro in Manhattan, ob Feldwebel in Texas oder ob Tuberkulosepatient auf Long Island, Richard Yates' Figuren sind allesamt darum bemüht, ihr unglückliches Leben in den Griff zu bekommen. Sie hassen ihre Arbeit, trinken zuviel und träumen von besseren Zeiten. Sie schlingern zwar dem Untergang entgegen, aber sie weigern sich, ihre Illusionen aufzugeben.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.07.2006
Michael Schmitt ist froh, dass Richards Yates' lange Zeit weitgehend unbekannte Werke jetzt, vierzehn Jahre nach dessen Tod, auch für deutschsprachige Leser erscheinen. Denn Yates' großartige Beobachtungsgabe und präzise Beschreibung der Charaktere sollten keinem vorenthalten werden. Schmitt ist beeindruckt, wie der Autor seine Figuren mit all ihren Schwächen so darstellt, dass der Leser sie trotzdem nicht dafür verurteilt und auf diese herabschaut, sondern sich stattdessen mit ihnen identifiziert. Und obwohl es einige Parallelen zwischen dem Leben des Autors und den Figuren seiner Kurzgeschichten geben mag, so hat der Rezensent nicht das Gefühl, als jammere Yates über sein eigenes Schicksal, wenn die Protagonisten zuweilen etwas melancholisch werden. Denn Yates' Erzählweise sei weder "spöttisch" noch "fatalistisch-lakonisch", sondern besteche durch ihre Genauigkeit, lobt Schmitt. Diese Tugend vermisst der Rezensent jedoch bei der Übersetzung und befürchtet, dass die Kurzgeschichten dadurch nicht so geschätzt werden könnten, "wie sie es verdienten".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.04.2006
Hocherfreut begrüßt Gustav Seibt diesen in Amerika bereits 1962 erschienenen Band mit Kurzgeschichten von Richard Yates, der endlich in einer "vorzüglichen" deutschen Übersetzung zu lesen ist. Er zählt Yates (1926-1992) zu den bedeutendsten amerikanischen Schriftstellern der Gegenwart, obgleich ihm - trotz vorzüglicher kritischer Resonanz und einmütiger Hochschätzung durch Kollegen - Anerkennung und Erfolg zu Lebzeiten weitgehend verwehrt blieben. In der vorliegenden Geschichtensammlung "Elf Arten der Einsamkeit" findet Seibt eine "Kasuistik menschlicher Verlorenheit", die ihm "reich und erdrückend" erscheint. Etwa wenn sich ein neuer Schüler durch Armut, Unwissenheit und Verlogenheit blamiert oder ein Tuberkulose-Kranker eine endlose Kur im Krankenhaus absitzt, während seine Frau fremdgeht. Geschichten, die Seibt sichtlich berührt haben. Sein entsprechendes Resümee: "Yates' Geschichten sind bitter und schön, ihr Stil ist deutlich und durchsichtig, ihr Milieu durchschnittlich und zugänglich, ihre Poesie ist tief bewegend."
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.03.2006
Eva Menasse kann es der Deutsche Verlagsanstalt gar nicht hoch genug anrechnen, dass sie die frühen Erzählungen des amerikanischen Autors Richard Yates in einer einfühlsamen Übersetzung von Annette Gruber und Hans Wolf herausgegeben hat. Den Autor, der auch in den USA erst vor einigen Jahren wiederentdeckt worden ist, preist sie als "literarischen Gott der Eingeweihten" und als "Hohe Priester der eisigen Wahrheit und der glasklaren Form". Dass Yates beinahe dem völligen Vergessen anheim gefallen wäre, erklärt sie mit seinem minimalistischen Stil, der in den Fünfziger Jahren nur auf Ablehnung gestoßen ist. Die in diesem Band versammelten "Meistererzählungen" zählt Menasse - bis auf eine Ausnahme - zu seinen besten. Besonders beeindruckt hat sie die Erzählung um den Ausbruch des John Fallon, die mit einem Donnerschlag beginne, mit einem Donnerschlag ende.
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