Herausgegeben von Herbert Beck und Jochen Sander. Die alphabetische Ordnung nach Künstlernamen in vorliegendem Katalog spiegelt bereits die Tatsache, daß zwischen 1500 und 1550 die mittelalterliche Anonymität der Schöpfer zunehmend dem Auftritt großer Künstlerpersönlichkeiten Platz macht: Albrecht Dürer, Hans Holbein der Ältere und der Jüngere, Matthias Grünewald, die beiden Cranachs und Albrecht Altdorfer. Die Zuschreibungen an diese großen Meister erwiesen sich größtenteils als unproblematisch, so daß die Autoren sich auf die Feinarbeit der zeitlichen Einordnung in das jeweilige Künstleroeuvre konzentrieren konnten. Vor allem aber konnte der Interpretation der Bildinhalte mehr Raum gegeben werden als im Vorgängerband. Überhaupt kann der Band aufgrund der überragenden Qualität des Bestands im Städel nicht nur als detaillierter Führer durch die Sammlung des Museums dienen, sondern auch als fundiertes Handbuch zur deutschen und österreichischen Kunst der Dürerzeit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.01.2006
Franz Zelger bespricht zwei kapitale neue Katalogbände, die das Städelsche Kunstinstitut in Frankfurt am Main herausgegeben hat. Die Publikation der "Deutschen Gemälde? schließe eine Lücke im Gesamtbestand der Städelschen Malerei bis 1550. Der Katalog reflektiere ein "umfassendes Panorama der Kunst der Dürer-Zeit", in dem kein bekannter Name der Epoche fehle. Das gelungene Konzept und die Gestaltung führen den Leser zur Befriedigung Zelgers von der wissenschaftlichen Erfassung zur "kritischen Analyse und zum eigenen Urteil". Daher hat der Rezensent für den zugleich anspruchsvollen und leserfreundlichen Katalog nur Lob zu vergeben.
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